Kommentar zu E-Zigaretten

Genussmittel oder Entwöhnungshilfe?

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:

Einmal angenommen, es gäbe in Deutschland bisher keine Zigaretten, dann könnte die Tabakindustrie ihre Produkte heute nicht mehr bei uns auf den Markt bringen.

Es sind nämlich die einzigen Genussmittel, deren ganz normaler Konsum nachweislich schwer krank macht. E-Zigaretten als alternativer Nikotin-Genuss birgt da höchstwahrscheinlich etwas weniger Gesundheitsrisiken.

Es gibt aber berechtigte Zweifel an der langfristigen Unbedenklichkeit für Herz, Gefäße und Lunge. Ein Verbot der Nikotin-Verdampfer als Genussmittel scheint daher durchaus berechtigt.

Anders verhält es sich bei E-Zigaretten als Hilfsmittel zur Entwöhnung. Nikotin-Pflaster und -Kaugummis haben sich hier bereits etabliert, weil sie den Suchtstoff zuführen, ohne dass ein Abhängiger zusätzlich kanzerogene Verbrennungsprodukte aufnimmt.

Hier und da scheinen die Entwöhnungs-Hilfen den Abstinenz-Erfolg etwas zu verbessern. Es ist aber keineswegs erwiesen, dass Nikotin bei Inhalation mit Hilfsstoffen ein ähnlich günstiges Nutzen-/Risiko-Profil hat wie bei Aufnahme über die Haut oder die Schleimhäute.

Erst wenn dies in Studien geklärt ist, sind E-Zigaretten als Entwöhnungshilfen zu akzeptieren.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: E-Zigarette: Anschlag auf die Lungenfunktion?

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