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Gereizte Achillessehne: Hinweis auf Rheuma?

Eine Reizung der Achillessehne kann das erste Zeichen einer beginnenden Rheumatoiden Arthritis sein. Das Geschehen sollte daher eng kontrolliert werden, raten japanische Rheumatologen anhand einer Kasuistik.

Von Michael Hubert Veröffentlicht:
Ein Kollege sonografiert die Achillessehne einer Patientin. Ist die Sehne gereizt, kann das ein frühes Zeichen einer Rheumatoiden Arthritis sein.

Ein Kollege sonografiert die Achillessehne einer Patientin. Ist die Sehne gereizt, kann das ein frühes Zeichen einer Rheumatoiden Arthritis sein.

© Klaro

TOKIO. Berichtet wird von einer 54-jährigen Patientin, die sich in der rheumatologischen Klinik wegen seit drei Monaten bestehenden Schmerzen in den Achillessehnen beidseitig vorstellte.

Zudem war seit drei Wochen das Fingergrundgelenk (MCP) am linken Mittelfinger geschwollen. Die körperliche Untersuchung ergab eine Schwellung der Achillessehne, nicht jedoch des Sehnenansatzes.

Rheumafaktoren und Antikörper gegen zyklische citrullinierte Peptide (ACPA) waren erhöht. Die Röntgenbilder von Händen und Fußgelenken zeigten keine Knochenerosionen (Mod Rheumatol online). Anamnestisch bestand bei der Patientin ein Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Dyslipidämie und Hypothyreose.

Die Powerdoppler-Sonografie zeigte eine Hyperämie im verdickten Gleitgewebe. Weder war die fibrilläre Struktur der Achillessehne verändert, noch ergaben sich Anzeichnen für eine Enthesitis.

Allerdings zeigte sich eine leichte retrokalkaneale Bursitis sowie eine Paratendinitis des Streckmuskels am geschwollenen MCP-Gelenk. Hingegen ergab die Powerdoppler-Sono keine Hinweise auf eine Proliferation von Synovialzellen, Hyperämie oder Knochenerosionen im betroffenen MCP-Gelenk.

Nach drei Wochen kam eine Sehnenscheidenentzündung im rechten Handgelenk hinzu, und der CRP-Wert war nun erhöht. Zu diesem Zeitpunkt wurde klinisch eine frühe Rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Eine Therapie mit Sulfasalazin wurde gestartet.

Nachdem die Patientin nach sechs Monaten im rechten Ellenbogengelenk eine aktive Arthritis entwickelte, wurde zum Sulfasalazin noch Methotrexat hinzugegeben.

Sechs Wochen später besserten sich die Befunde im Sehnengewebe, im MCP-Gelenk hatte sich aber eine Synovitis entwickelt, worauf die Sulfasalazindosis auf zwei Gramm pro Tag erhöht wurde. Die Patientin gelangte daraufhin in eine Remission.

Eine Reizung oder Entzündung der Achillessehne kann ein erstes Zeichen einer Rheumatoiden Arthritis sein, folgern die Rheumalogen aus Japan. Auch wenn dies wohl ein eher seltener Zusammenhang sei, sollte das Geschehen eng kontrolliert und vor allem auf eine mögliche Synovitis geachtet werden, raten sie.

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