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Zervix-Ca

HPV-Test ergänzt die Zytologie

Ein negativer Test auf Hochrisiko-HPV-Typen bietet Frauen mehr Sicherheit als die übliche Zytologie. Ein Test auf Niedrig-Risiko-Typen ist jedoch überflüssig: Das Risiko für ein Zervix-Ca wird von der Infektion kaum beeinflusst.

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Humane Papillomaviren unter dem Elektronenmikroskop.

Humane Papillomaviren unter dem Elektronenmikroskop.

© Prof. Thomas Iftner

KOPENHAGEN. Über den Nutzen von HPV-Tests bei der Zervix-Ca-Vorsorge wird noch immer diskutiert - bislang übernehmen die Kassen bei Routineuntersuchungen nur die Kosten für den Pap-Abstrich, ein HPV-Test kann als IGeL in Anspruch genommen werden.

Inzwischen gibt es jedoch eine Reihe von Studien, die einen HPV-Test zumindest in Ergänzung zur Zytologie sinnvoll erscheinen lassen. Wie Forscher um Louise Thomsen aus Kopenhagen in Dänemark berichten, ist dafür jedoch nur ein Test auf Hochrisiko-HPV-Typen sinnvoll.

In ihrer Untersuchung haben die dänischen Wissenschaftler Zervixproben von über 35.500 Frauen aus dem Großraum Kopenhagen ausgewertet (Obstet Gynecol 2014; 123: 57-64). Sie untersuchten sowohl die Zytologie als auch den HPV-Status.

Anschließend beobachteten sie, wie viele der Frauen innerhalb von 10,5 Jahren eine hochgradige zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) vom mindestens Grad drei oder ein Zervixkarzinom entwickelten.

Insgesamt trat eine Präkanzerose (CIN = 3) bei 3,3 Prozent der Frauen auf, erwartungsgemäß häufiger bei Frauen unter 30 Jahren (6 Prozent) als bei älteren Frauen (2,2 Prozent). Zervixkarzinome entwickelten 67 oder 0,2 Prozent der untersuchten Frauen.

Bei den zu Beginn HPV-negativen Frauen (76 Prozent) war die Rate für eine Krebsvorstufe mit 0,7 Prozent deutlich niedriger als bei Frauen mit einem negativen Pap-Test (2 Prozent).

Pap-Test erkennt Frauen mit hohem Risiko besser

Dieselbe niedrige Rate von 0,7 Prozent zeigten auch Frauen, die zu Beginn ausschließlich mit Niedrig-Risiko-HPV-Typen (HPV 6, 11, 42, 43, 44) infiziert waren. Dagegen entwickelten knapp 14 Prozent der Frauen mit ausschließlich Hochrisiko-HPV-Typen (HPV 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68) solche Zervix-Präkanzerosen.

Fällt also der Test auf Hochrisiko-HPV negativ aus, ist die Wahrscheinlichkeit, in den Folgejahren Präkanzerosen zu entwickeln, deutlich geringer als bei einem negativen Pap-Test. Dagegen scheint eine Infektion mit niedrig riskanten HPV das Krebsrisiko nicht zu beeinflussen.

Verzichten lässt sich auf die Zytologie aber dennoch nicht, denn ein positiver Pap-Test sagt besser das Risiko für Präkanzerosen voraus als der HPV-Test.

In der Studie war nach über zehn Jahren die Rate für hochgradige Neoplasien bei positivem Pap-Test mit 26 Prozent versus 14 Prozent deutlich höher. Beim Pap-Test scheint also die Sensitivität, beim HPV-Test die Spezifität besser zu sein.

Aus den Daten der Studie folgern die Forscher um Thomsen, dass bei HPV-Tests nicht auf niedrig riskante HPV-Typen untersucht werden sollte, denn ein positives Ergebnis könnte unnötige Ängste schüren und weitere überflüssige diagnostische Schritte nach sich ziehen.

Dagegen erachten die Wissenschaftler einen Test auf Hochrisiko-HPV zusätzlich zur Zytologie für sehr sinnvoll, da ein negatives Ergebnis den Frauen mehr Sicherheit gibt als ein negativer Pap-Test.

Um Kosten und Ressourcen zu sparen, könnte etwa bei einem negativen Hochrisiko-HPV-Test das Intervall für den Pap-Test verlängert werden, schlagen Thomsen und Mitarbeiter vor. (mut)

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