Hausärzte werden zunehmend mit Dengue-Fieber konfrontiert

BERLIN (ug). Es macht Sinn, einen Dengue-Schnelltest in der Praxis zu haben. Der sei nicht teuer, werde aber zunehmend gebraucht. Denn reisemedizinisch tätige Ärzte würden immer öfter mit dieser Tropenkrankheit konfontiert: "Dengue-Fieber ist häufig und wird noch häufiger werden", sagte Privatdozent Tomas Jelinek vom Tropeninstitut Berlin auf dem 6. Forum "Reisen und Gesundheit" in Berlin.

Veröffentlicht:

Dengue-Fieber sei die "kommende Tropenkrankheit", so Jelinek auf dem Ärzte-Forum, das das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf, das Auswärtige Amt und das Institut für Tropenmedizin Berlin auf der Internationalen Tourismus-Börse veranstaltet haben. 2003 wurden dem Robert-Koch-Institut 131 Dengue-Fieber-Infektionen gemeldet.

    Einzige Prophylaxe für Touristen ist guter Mückenschutz.
   

Deutsche Touristen haben die Infektion vor allem aus Süd- und Südostasien mitgebracht. "Aber inzwischen hat der ganze tropische Gürtel Dengue", sagte Jelinek. Auch in den USA, etwa auf Hawaii, gebe es jetzt Dengue-Fieber. Die Überträgermücke Aedes aegypti kommt auch in Südeuropa vor, in Deutschland aber nicht.

In den 50er Jahren war Dengue-Fieber nur in einer kleinen asiatischen Region endemisch, es gab nur 908 Infizierte. In den 90er Jahren wurden schon fast 500 000 Infizierte von der WHO registriert - diese Zahl sei sicher zu niedrig, so Jelinek.

"Sowohl das Virus als auch die Aedes-Mücke profitieren enorm von der Ausbreitung von Siedlungen in den Tropen und der Zunahme der internationalen Reiseaktivität." Der Überträgermücke reicht zum Brüten ein wenig Wasser etwa in alten Autoreifen oder in Untersetzern von Blumentöpfen. Die Krankheit ist inzwischen in über 100 Ländern endemisch.

"Dengue-Fieber ist eine schnelle Krankheit", sagte Jelinek. Die Inkubationszeit betrage nur zwei bis zehn Tage, die Touristen würden meist noch vor Ort krank. In die Hausarzt-Praxis kommen sie dann mit einem Exanthem - "die sind schön rot" -, starken Glieder- und Kopfschmerzen.

Typisch sind auch Petechien. Der Schnelltest (von PanBio, in Deutschland vertrieben von Genzyme Virotech) hilft weiter. Malaria muß immer ausgeschlossen werden. Die Therapie ist symptomatisch. Allerdings sollte kein ASS, sondern Metamizol gegeben werden.

Es gebe keine einzige effektive Prophylaxe-Maßnahme, machte der Tropenmediziner klar. Eine Impfung zu entwickeln, ist schwierig. Sie muß gegen alle vier Serotypen des Virus wirken. Jelinek rechnet damit erst in acht bis zehn Jahren. Bis dahin hilft nur, Mückenstiche zu vermeiden. Und zwar tagsüber, denn Aedes-Mücken sind tagaktiv.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt

Lesetipps
Schulterschmerzen? Im höheren Alter ist die Polymyalgia rheumatica nach der Rheumatoiden Arthritis die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© peopleimages.com / stock.adobe.com

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche