USA

Heftiges Kopfweh nach Biss in Chili-Schote

Ein Mann macht in den USA bei einem Esswettbewerb mit und muss nach einem Biss in die wohl schärfste Chili-Schote der Welt mit heftigen Kopfschmerzen in die Notaufnahme. Die Ärzte finden Veränderungen im Gehirn.

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Donnerschlagkopfschmerzen kommen plötzlich.

Donnerschlagkopfschmerzen kommen plötzlich.

© psdesign1 / stock.adobe.com

NEW YORK. Der Biss in die schärfste Chili-Schote der Welt hat einem jungen Mann heftigste Kopfschmerzen eingebracht. Der 34-Jährige, der in New York an einem Chili-Wettbewerb teilgenommen und die "Carolina Reaper" probiert hatte, kam mit sogenanntem Donnerschlagkopfschmerz in die Notaufnahme.

Nach einer Computertomographie diagnostizierten Ärzte die Extrem-Kopfschmerzen als Folge des sogenannten Reversiblen Cerebralen Vasokonstriktionssyndroms (RCVS). Dabei verengen sich bestimmte Arterienbereiche im Gehirn.

Es ist das erste Mal, dass RCVS nach dem Genuss von Chili dokumentiert wurde, berichtet das Team um Satish Kumar Boddhula vom Bassett Medical Center in Cooperstown (US-Staat New York) im "British Medical Journal Case Reports" (DOI: 10.1136/bcr-2017-224085).

Bisher war lediglich bekannt, dass Cayenne-Pfeffer in seltenen Fällen die Herzarterien verengen oder zu einem Herzinfarkt führen kann.

Die Donnerschlagkopfschmerzen, die einen in Sekundenbruchteilen wie ein Hammerschlag heimsuchen können, verschwanden ebenso wie die heftigen Nackenschmerzen im Lauf der nächsten Tage und Wochen von selbst.

Ein weiteres Hirn-CT fünf Wochen später war wieder normal, berichten die Ärzte.

Von dem seltenen RCVS seien Frauen häufiger betroffen als Männer, sagt der Kopfschmerzexperte Dr. Charly Gaul, Generalsekretär der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Auch nach Drogengenuss trete es manchmal auf. "Typische Auslöser sind Kokain oder Amphetamine."

Eine Gefahr im Genuss von Chili-Schoten sieht der Experte aber nicht. Chili und der darin enthaltene Wirkstoff Capsaicin wird bekanntlich auch als Pflaster und Salbe gegen Muskelprobleme und Nervenschmerzen – etwa bei abgeheilter Gürtelrose – eingesetzt. (dpa)

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