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Studie

Hepatitis-C-Therapie auch bei Substitutionspatienten erfolgreich

Patienten unter Opioid-Substitutionstherapie profitieren von den neuen Medikamenten zur Behandlung der chronischen Hepatitis C ebenso wie andere HCV-Patienten. Das ergab eine aktuelle Studie mit Daten aus dem Deutschen Hepatitis C-Register.

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Die Verbreitung der Hepatitis C-Infektion ist unter Drogennutzern bzw. Substitutionspatienten deutlich höher als in der allgemeinen Bevölkerung.

Die Verbreitung der Hepatitis C-Infektion ist unter Drogennutzern bzw. Substitutionspatienten deutlich höher als in der allgemeinen Bevölkerung.

© tashatuvango / stockadobe.com

HANNOVER. Am Deutschen Hepatitis C-Register (DHC-R) sind über 250 suchtmedizinische Praxen und Ambulanzen beteiligt; von diesen behandeln 123 Zentren Hepatitis C-Patienten, die eine Substitutionstherapie erhalten. Insgesamt wurden für die Studie (dx.doi.org/10.1111/add.14128) daraus 739 Patienten mit einer Substitutionstherapie rekrutiert und erfasst, die mit 7008 nicht-substituierten Patienten verglichen wurden.

85 Prozent dieser Patienten konnten der Auswertung zufolge geheilt werden. Damit sei die Heilungsrate vergleichbar mit der von Patienten, die aktuell und/oder früher Drogen nutzten und keine Substitution erhalten (86 Prozent) und mit der von Patienten, die keine Drogen konsumieren bzw. konsumiert haben (92 Prozent), wie die Deutsche Leberstiftung mitteilt. Diese führt in Kooperation mit dem Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e. V. (bng) das DHC-R.

Die Stiftung verweist auch darauf, dass während der Behandlungen keine unerwarteten Nebenwirkungen aufgetreten seien, also auch keine Interaktionen mit den Substitutionsmedikamenten. Die Auswertung zeige zudem, dass die Hepatitis C-Therapie sowohl in der Substitutionspraxis als auch in einer spezialisierten hepatologischen/infektiologischen Einrichtung mit gleich hohen Heilungsraten erfolgen könne.

Wie wichtig der Einsatz dieser Medikamente bei Substitutionspatienten ist, stellt Professor Jens Reimer, Direktor des "Zentrums für Psychosoziale Medizin Gesundheit Nord" und einer der Autoren in einer Pressemitteilung der Stiftung dar: "Die Verbreitung der Hepatitis C ist unter Drogennutzern bzw. Substitutionspatienten deutlich höher als in der allgemeinen Bevölkerung. Die Therapie wird allerdings viel seltener durchgeführt. Daher leiden diese Patienten häufiger unter den Spätfolgen einer unbehandelten Hepatitis C. Eine Behandlung dieser Patienten in der Substitutionstherapie ist also sehr sinnvoll." Die aktuellen Daten bestätigten nun, dass dies sicher und effektiv möglich sei. "Ich kann alle Suchtmediziner nur dringend bitten, die Chancen in der HCV-Therapie zu nutzen – ggf. mit der Unterstützung eines hepatologisch/infektiologisch versierten Kollegen", betont Reimer, (run)

Wie häufig ist Hepatitis C?

In Deutschland sind insgesamt etwa 250.000 bis 500.000 Menschen mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Im "Deutschen Hepatitis C-Register" (DHC-R) wird die Wirksamkeit der neuen direkt antiviral wirkenden Medikamente, die zwischen Januar 2014 und Juli 2017 in Deutschland zugelassen wurden, geprüft. Mit über 12.000 Patienten sei es eines der weltweit größten Register zu dieser Erkrankung, so die Leberstiftung. (eb)

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