Heroinprojekt - Ministerpräsident im Zugzwang

WIESBADEN (ine). Hessen unterstützt die Hamburger Bundesratsinitiative für eine Weiterführung der Heroin-Modellprojekte. Die hessische Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zudem aufgefordert, seine Fraktionskollegen in Berlin vom Sinn des Projektes zu überzeugen.

Veröffentlicht:

Wie bereits berichtet, droht den Modellprojekten in Frankfurt/Main, Köln, München, Hannover, Bonn und Karlsruhe das Aus, weil die CDU-Bundestagsfraktion nicht zu einer entsprechenden Gesetzesänderung bereit ist. Koch tritt im Gegensatz zu großen Teilen seiner Partei dafür ein, die Heroinprogramme für Schwerstabhängige weiterzuführen.

"Der Bund wäre schlecht beraten, wenn er die Grundlagen dafür entfallen lassen würde", sagte Koch der "Frankfurter Rundschau". Die Projekte seien zur Hilfe für Drogenkranke notwendig, weil "ein Mangel an einer anderen Antwort" bestehe. Die Landesregierung unterstütze deswegen die Bundesratsinitiative des Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust (CDU). In dieser Frage seien sich diejenigen Länder einig, in denen es derartige Drogenprojekte gebe, sagte Koch.

Die hessischen Grünen forderten Koch auf, als stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei Einfluss auf seine Parteifreunde in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu nehmen. "Wenn er sich wirklich für diese schwer kranken Menschen einsetzen will, dann muss er jetzt mit seinen Parteifreunden in der Unionsfraktion des Bundestags ein ernstes Wort reden, damit sie ihre ideologisch motivierte Blockadehaltung endlich aufgeben", heißt es in einer Pressemitteilung.

Die kontrollierte Abgabe von Diamorphin war ab 2002 als Modellversuch in Bonn, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln und München gestartet worden. Die Bundestagsfraktion der CDU/CSU hatte bereits im November eine weitere Behandlung Süchtiger mit Heroin abgelehnt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Rauchfreies Europa?

Rauchstopp: EU hat neben Tabak auch Nikotin im Blick

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Prognostizierbares Therapieansprechen?

© Stockbyte | gettyimages (Symbolbild mit Fotomodellen)

Antidepressiva

Prognostizierbares Therapieansprechen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Depression und Schmerz gehen häufig Hand in Hand

© brizmaker | iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

Depressionsscreening

Depression und Schmerz gehen häufig Hand in Hand

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Mirikizumab wirksam bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

© Oleh / stock.adobe.com

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Mirikizumab wirksam bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wenn „Gender“ und „Sex“ nicht übereinstimmen

Geschlechtsinkongruenz bei Kindern: Tipps zum Umgang mit trans*

Lesetipps
Checkliste Symbolbild

© Dilok / stock.adobe.com

Auswertung über Onlinetool

Vorhaltepauschale: So viele Kriterien erfüllen Praxen laut Honorarvorschau