Kammerflimmern

Herztod-Risiko vor allem am Abend

Gemeinhin gelten die Morgenstunden als die Tageszeit, in der Herzinfarkte und Co. gehäuft auftreten. Doch deutsche Forscher zeigen jetzt: bei gefährlichen Kammerarrhythmien trifft diese Regel nicht zu.

Veröffentlicht:

MANNHEIM. Der plötzliche Herztod ist nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Schutz dagegen bietet Patienten mit hohem Herztodrisiko ein implantierbarer Defibrillator (ICD).

Diese Defibrillatoren können aber nicht nur lebensbedrohende Kammertachykardien oder Kammerflimmern terminieren. Die implantierten Geräte ermöglichen heute auch eine kontinuierliche Überwachung etwa von Herzrhythmus und Geräteaktivität. Die erfassten und gespeicherten Daten können dann telemetrisch an eine Datenbank zur weiteren Analyse übermittelt werden.

Die in einer solchen Datenbank gespeicherten Informationen hat eine Gruppe deutscher Kardiologen dazu genutzt, um nach möglichen tageszeitlichen und saisonalen Schwankungen in der Häufigkeit von Arrhythmien zu fahnden, die potenzielle Auslöser eines plötzlichen Herztodes sind.

Dr. Eimo Martens von den Kliniken an der Paar in Aichach hat die Ergebnisse der Studie bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) am Mittwoch in Mannheim vorgestellt.

Im Zeitraum zwischen 1998 und 2013 erfasste Daten von 1534 Risikopatienten mit implantierten ICD- oder CRT-D-Geräten bildeten die Grundlage der retrospektiven Untersuchung. Die Analyse der ICD-basierten Daten ergab 3564 Episoden von ventrikulären Tachykardien und 842 Kammerflimmern-Episoden.

Zumindest bei den Kammerflimmern-Episoden stellten die Untersucher eine signifikante Häufung nicht etwa am Morgen, sondern gegen 20 Uhr am Abend fest. Eine entsprechende Tageverteilung wurde bei ventrikulären Tachykardien nicht beobachtete. Der abendliche Gipfel beim Kammerflimmern stand im übrigen in keiner Beziehung zur körperlichen Aktivität der Patienten.

Analysierte wurde auch die saisonale Verteilung der dokumentierten Arrhythmie-Episoden. Dabei stellten die Untersucher eine erhöhte Inzidenz von Kammertachykardie- und Kammerflimmern-Episoden in den Monaten April und September fest. (ob)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Erkenntnisse aus Studie fehlen noch

Bei Resmetirom sieht G-BA vorerst keinen Zusatznutzen

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Nutzen-Risiko-Vergleich

Antikoagulation nach VTE: Länger könnte besser sein

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

Herzchirurg mit Installateurfirma

Das Doppelleben des Dr. Jean-Philippe Grimaud: Arzt und Klempner

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?