Webbasierte Verhaltenstherapie

Hilfe bei schwerer Fatigue nach Brustkrebs

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AMSTERDAM. Internetgestützte kognitive Verhaltenstherapie (KVT) scheint bei Frauen nach überstandener Brustkrebserkrankung schwere Fatigue und damit verbundene Symptome wirksam zu reduzieren. Zudem sei sie leicht zugänglich und erfülle das Bedürfnis nach effizienten evidenzbasierten Therapieoptionen bei Betroffenen mit schwerer Fatigue.

Das folgern Forscher um Harriët Abrahams von der Amsterdamer Uniklinik aus einer Studie, in der 66 Frauen nach Brustkrebserkrankung einer internetbasierten Intervention zugeteilt wurden und 66 weitere (Kontrollgruppe) für ein halbes Jahr auf eine Warteliste für die KVT kamen.

Zur Intervention gehörten zwei persönliche Sitzungen mit einem Therapeuten und maximal acht webbasierte Module, die zu Hause vor dem PC absolviert wurden. Zum Therapeuten bestand E-Mail-Kontakt, zudem war zweimal ein telefonisches oder videotelefonisches Gespräch möglich.

Die Module setzten ein sonst für die persönliche Therapie verfügbares, auf Achtsamkeit beruhendes KVT-Konzept um, das im Krebs und seiner Behandlung den Auslöser und in kognitiven Faktoren – wie gestörtem Schlaf-Wach-Rhythmus und einer dysfunktionalen Wahrnehmung – unterhaltende Mechanismen der Fatigue sieht. Abschluss der Therapie war eine dritte persönliche Sitzung.

Ergebnis: Im Vergleich erwies sich die internetbasierte KVT als überaus erfolgreich. Auf der Fatigueskala der Checklist Individual Strength ( CIS) sank der mittlere Wert in der Interventionsgruppe von anfangs 45 (von schlimmstenfalls 56) auf 28 Punkte und somit unter die diagnostische Schwelle für eine schwere Fatigue (35 Punkte)

Große Unterschiede zur Kontrolgruppe

 Das bedeutete einen hochsignifikanten Unterschied zur Kontrollgruppe, wo der CIS-Wert nach einem halben Jahr von 45 auf 39 gesunken war (Cancer 2017; online 16. Juni). 73 Prozent der Interventionspatientinnen erreichten eine klinisch relevante Verbesserung, 85 Prozent gaben an, sich persönlich besser zu fühlen. In der Kontrollgruppe lagen die Anteile bei 28 und 31 Prozent.

Überraschend wenige Patientinnen brachen die Intervention ab. Abrahams und Kollegen hatten mit rund 20 Prozent Aussteigern gerechnet; am Ende gingen aber nur 8 Prozent von der Fahne. Der Zeitaufwand für die Therapeuten sank von im Mittel 12,5 Stunden auf 7,1 Stunden je Patientin.

Dennoch war die Effektstärke der internetbasierten KVT hoch und erreichte den gleichen Wert wie die klassische, im persönlichen Kontakt ablaufende KVT. (rb)

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