Hilfe für Athleten mit angekratzter Psyche

Leistungssportler müssen körperliche und auch psychische Höchstleistungen bringen. Depressionen, Angst- oder Essstörungen können die Folge sein. Dann tut Beratung Not.

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Der Weg zum Leistungssportler beginnt oft schon in der Kindheit.

Der Weg zum Leistungssportler beginnt oft schon in der Kindheit.

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HEIDELBERG (eb). Die Uniklinik Heidelberg hat eine sportpsychiatrisch-psychotherapeutische Sprechstunde für Leistungssportler eingerichtet. Leiterin ist die ehemalige Schwimmweltmeisterin Petra Dallmann.

Dallmann, Assistenzärztin in der Weiterbildung zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, kennt den Leistungs- und Erwartungsdruck, der auf Hochleistungssportlern lastet, aus ihrer eigenen Karriere. Sie war lange Jahre Mitglied der Deutschen Schwimm-Nationalmannschaft.

Das jetzige Angebot ist nach Dallmanns Erfahrungen dringend erforderlich. "Athleten beginnen schon in Kindheit und Jugend, in einer für die Entwicklung prägenden Zeit, mit Leistungssport", wird die Medizinerin in einer Mitteilung der Heidelberger Uniklinik zitiert.

Sportler stünden unter dem ständigen Druck, dem Idealbild eines Athleten zu entsprechen und Kraft, Gesundheit und Leistungsfähigkeit auszustrahlen.

Auch Ex-Athleten erhalten Beratung

Aber nicht nur an Leistungssportler richtet sich die neue Beratungsstelle, sondern auch an Menschen in deren privatem und professionellem Umfeld. Auch Athleten, die ihre sportliche Laufbahn bereits beendet haben, können sich hierher wenden.

Der Erstkontakt erfolgt - wenn gewünscht auch anonym - per Telefon oder E-Mail, damit die Hemmschwelle für die Athleten und ihre Trainer, Betreuer oder Familien möglichst gering ist.

Die Sprechstunde deckt alle psychischen Erkrankungen ab, Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Abhängigkeiten und Essstörungen.

Bei ästhetischen Sportarten wie Turnen und Gymnastik, Skispringen und Sportarten, in denen es Gewichtsklassen gibt, seien Essstörungen besonders häufig, so Dallmann. Die Sprechstunde wird von Privatdozent Dr. Philipp Thomann supervidiert.

Wie Dallmann ist er Mitglied im Referat für Sportpsychiatrie und -psychotherapie der DGPPN. Das Referat wurde 2010 nach dem Suizid von Fußball-Nationaltorwart Robert Enke gegründet.

Tel.: 06221 56-38279 (donnerstags von 11 bis 12 Uhr); E-Mail: petra.dallmann@med.uni-heidelberg.de

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