Klimawandel

Hitzestress erhöht Sterberisiko bei COPD-Patienten

Sommerliche Hitzewellen erhöhen das zusätzliche tägliche Sterberisiko bei Menschen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) um bis zu 14 Prozent, bei längeren Hitzewellen gar bis zu 43 Prozent.

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Immer häufiger kommt es an heißen Tagen zu Verschlechterungen im COPD-Krankheitsverlauf, die nicht selten mit einer Aufnahme ins Krankenhaus enden, sagen Pneumologen.

Immer häufiger kommt es an heißen Tagen zu Verschlechterungen im COPD-Krankheitsverlauf, die nicht selten mit einer Aufnahme ins Krankenhaus enden, sagen Pneumologen.

© Creatas / Thinkstock

BERLIN. Über die Zahlen zur erhöhten Sterblichkeit hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in einer Pressemitteilung berichtet. Immer häufiger komme es an heißen Tagen zu Verschlechterungen im Krankheitsverlauf, die nicht selten mit einer Aufnahme ins Krankenhaus endeten, heißt es darin weiter. Aber auch Asthma-Patienten und Pollenallergiker leiden unter den steigenden Temperaturen. Die DGP empfiehlt daher, Frühwarn- und Interventionssysteme zu erarbeiten und Lungenpatienten während der Sommermonate telemedizinisch zu betreuen.

Zwischen drei und fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden der DGP zufolge an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Dabei kommt es zu chronischen Entzündungen in der Lunge, die immer mehr gesundes Lungengewebe abbauen.

"Exazerbationen, häufen sich einerseits an Hitzetagen und anderseits in der kalten Jahreszeit, erklärt dazu Professor Dr. Christian Witt, Pneumologe an der Charité in einer DGP-Pressemitteilung. "Durch die Zunahme von Hitzewellen und -tagen kommt es zusätzlich auch im Sommer zu einem Anstieg der Exazerbationen", so der Experte.

Lungenerkrankungen seien im Sommer mittlerweile der wichtigste Grund für Notaufnahmen ins Krankenhaus, so die DGP. Beobachtungen von COPD-Patienten während der Sommermonate zeigten, dass sehr heiße Tage von 25 Grad Celsius oder mehr das Wohlbefinden und die Belastbarkeit von Lungenpatienten deutlich verringerten. Denn bei Hitze gebe der Körper nicht nur über die Haut, sondern auch über die Lunge Wärme ab – die Atemfrequenz erhöht sich leicht. Bei COPD-Patienten, deren Lunge durch die Erkrankung bereits stark geschädigt ist, sei dieser Wärmetransport eingeschränkt.

Klimamodelle sagen laut DGP vorher, dass ab 2050 jeder zweite Sommer in Hitzewellen verlaufen wird: "Vor allem in den Großstädten, wo die Hitze sich besonders stark staut, kann dies weitreichende Folgen für die Lungenpatienten haben", warnt Professor Dr. Martin Kohlhäufl, Tagungspräsident des 58. DGP-Kongresses, der diese Woche in Stuttgart stattfindet. (eb)

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