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Orphan Diseases

Hochschule Hof entwickelt App zu seltenen Erkrankungen

Das Forschungsprojekt „SelEe – Seltene Erkrankungen“ soll die Sichtbarkeit für diese Leiden erhöhen. Und es soll neues Wissen über seltene Erkrankungen schaffen.

Veröffentlicht:

Hof. Eine Forschungsgruppe der Hochschule Hof hat eine App zur Erfassung seltener Krankheiten entwickelt. Das Forschungsprojekt „SelEe – Seltene Erkrankungen“ solle die Sichtbarkeit für diese Leiden erhöhen, teilte die oberfränkische Bildungseinrichtung mit.

Und es soll neues Wissen über seltene Erkrankungen schaffen. Dabei sei den Entwicklern wichtig, die Erkrankten selbst einzubinden. „Denn oft ist es so, dass Betroffene von seltenen Erkrankungen sehr gut informiert sind, manchmal sogar besser als ihr Hausarzt“, sagte Forschungsgruppenleiter Professor Jörg Scheidt vom Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof. „Und deswegen ist ihr Wissen sehr wichtig für uns. Insgesamt sind die Kenntnisse über seltene Erkrankungen sehr heterogen, hier wollen wir Klarheit schaffen.“

Mitglieder von Selbsthilfegruppen arbeiteten bei der Entwicklung mit

Von der App profitieren sollen neben Betroffenen auch deren Angehörige und Selbsthilfegruppen. Zehn Mitglieder von Selbsthilfegruppen hätten als Kernforschungsteam die Anwendung mitentwickelt, sagte Scheidt. Zum Teil seien dies Leiterinnen der Gruppen, darunter auch Ärztinnen mit großem Fachwissen. Doch auch Mütter von Kindern, die an seltenen Erkrankungen leiden, seien dabei.

In der App werden nach Angaben der Entwickler zunächst kalenderartig Gesundheitsdaten wie Gewicht, Blutdruck, Puls oder Schlafqualität gespeichert. Betroffene oder deren Angehörige könnten ihre Daten regelmäßig täglich oder auch nur monatlich eintragen zur Auswertung durch Mediziner. Die Angehörigen der Selbsthilfegruppen könnten außerdem Tipps geben, worauf Betroffene achten müssen. In der App könne man auch Erklärvideos ansehen.

Bisher seien erst rund 30 Patientinnen und Patienten im System gespeichert, so Scheidt. Man sei aber optimistisch, dass die Zahl der Nutzenden bald wachsen werde – ähnlich wie beim Deutschen Kopfschmerz- und Migräneregister, das inzwischen auf 8.000 Beteiligte angewachsen sei. (dpa)

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