Direkt zum Inhaltsbereich

Homöopathika lindern Brechdurchfall

KÖLN (ug). Bei akuten Krankheiten kann man mit der indikationsbezogenen Homöopathie und bewährten Arzneimitteln schnell erfolgreich sein. Die Methode eignet sich besonders für Ärzte, die erst mit Homöopathie beginnen. Allerdings hilft die Diagnose allein nicht weiter. Um das am besten geeignete Mittel zu finden, muss genau nach Symptomen differenziert werden. Zum Beispiel bei Gastroenteritis.

Veröffentlicht:
Untersuchung bei Gastroenteritis: Phosphorus hilft, wenn Patienten vor Aufregung krank sind und eine Massage die Beschwerden lindert.

Untersuchung bei Gastroenteritis: Phosphorus hilft, wenn Patienten vor Aufregung krank sind und eine Massage die Beschwerden lindert.

© Foto: Swifterwww.fotolia.de

Bei der indikationsbezogenen oder organotropen Homöopathie ist keine stundenlange Anamnese nötig. Diese Methode geht schnell. In wenigen Minuten sind die entscheidenden Hinweise erfragt. Das zeigte Dr. Andreas Wacker, ein in Mannheim niedergelassener Arzt für Homöopathie, am Beispiel der akuten Gastroenteritis. Auf der Fortbildungsveranstaltung "Homöopathie für die tägliche Praxis", die die "Ärzte Zeitung" in Köln ausgerichtet hatte, stellte er die sechs wichtigsten Arzneien und ihre Leitsymptome vor. Wacker setzt die Potenz D12 ein.

Arsenicum album hilft bei brennenden Schmerzen

Arsenicum album (Arsen): Das ist die wichtigste Arznei für plötzlich auftretende Durchfälle mit oder ohne Erbrechen. "Die wichtigste Empfindung ist Brennen wie Feuer", sagte Wacker. Die Patienten haben brennende Schmerzen. Körperabsonderungen wie Durchfall sind scharf und machen wund. Auffallend ist auch eine starke Kälteempfindlichkeit. Trotzdem verlangen die Patienten nach kaltem Wasser, das aber sofort wieder erbrochen wird. Die Beschwerden sind nachts schlimmer, besonders um 1 Uhr nachts. Die Patienten haben typischerweise eine blasse, graue, ungesunde Gesichtsfarbe und sind sehr ängstlich. Essensgeruch ist ihnen unerträglich. Schon der Anblick von Speisen kann zu Erbrechen führen.

Nux vomica (Brechnuss): Das Mittel wird auch die Manager-Arznei genannt. Die Patienten sind hektisch, gestresst, ärgerlich, ungeduldig, leiden unter Schlafentzug und neigen zu Exzessen. Die gastroenteritischen Beschwerden sind meist Folgen von Essens- und Trinkgelagen. Ein wichtiges Leitsymptom ist der Wechsel von Hitze- (mit oder ohne Schwitzen) und Frostgefühlen. Die Beschwerden bessern sich in Ruhe und schon durch ein kurzes Schläfchen.

Bei großer Erregbarkeit ist Phosphorus zu empfehlen

Phosphorus (Gelber Phosphor): Der typische Hinweis auf dieses Mittel ist große Erregbarkeit. Die Beschwerden treten etwa vor einer wichtigen Veranstaltung auf, die Patienten werden vor Aufregung krank. Vor allem Kinder, aber auch Erwachsene sind sehr empfänglich für Berührungen. Es geht ihnen schon besser, wenn die Hand aufgelegt oder der Bauch massiert wird. Ein Leitsymptom ist außerdem ebenfalls das Verlangen nach kalten Getränken. Auch hier werden sie wieder erbrochen, aber nicht sofort, sondern erst nach zehn bis 20 Minuten.

Veratrum album (Weißer Germer, Weiße Nieswurz): Das ist die homöopathische Kollaps-Arznei. Bei gastroenterologischen Beschwerden wird sie eingesetzt, wenn die Patienten kaltschweißig und sehr schwach sind. "Die Modalitäten sind in diesem Fall etwas kurios", so Wacker auf der Veranstaltung, die die Deutsche Homöopathie-Union unterstützt hat: Denn den Patienten geht es besser, wenn sie warme Milch trinken oder Fleisch essen.

Carbo vegetabilis nützt bei extremen Blähungen

Carbo vegetabilis (Holzkohle): Die Magen-Darm-Beschwerden gehen oft auf verdorbene Nahrungsmittel zurück. Typisch sind extreme Blähungen vor dem Durchfall. Patienten sind auffallend kalt, haben eine kalte Nase oder gar einen kalten Atem.

Ipecacuanha (Brechwurzel): Dieses Mittel ist angezeigt bei Husten und Erbrechen. Vor allem bei Kindern seien diese Symptome häufig gekoppelt, sagte Wacker. Leitsymptom ist, dass Erbrechen keine Erleichterung bringt, sondern die Situation eher verschlimmert.

Leitfaden zur Homöopathie

Das nächste Seminar "Homöopathie für die tägliche Praxis" findet am 28. Juni 2008 in Unterhaching statt. Für die Veranstaltung sind 8 CME-Punkte beantragt.

Anmeldung und Informationen: mareen.buelte@aerztezeitung.de, Fax 0 61 02 / 506 44 166.

Weitere Termine sind am 27. September 2008 in Hamburg und am 8. November 2008 in Dresden.

Bei den Seminaren gibt es als Seminarunterlagen das Handbuch Homöopathie - ein praktischer Leitfaden. Darin geben erfahrene niedergelassene Kollegen zu vielen Indikationen praxisrelevante Tipps und Therapievorschläge. Und: Online kann man damit bis zu 26 Punkte sammeln. Das Handbuch kann auch gesondert bestellt werden zum Preis von 30 Euro plus 7 Euro Versand.

Bezug: Ärzte Zeitung Verlagsgesellschaft mbH, Am Forsthaus Gravenbruch 5, 63263 Neu-Isenburg,  Tel.: 0 61 02 / 506- 148; Fax: - 44 148, E-Mail: vertrieb@aerztezeitung.de

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Abrechnung nur noch über EBM?

Ambulantes Operieren: Regierung plant Ende der Hybrid-DRG

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

Lesetipps
Ein Mann muss aufstoßen und hält sich die Hand vor den Mund.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Vier Ursachen im Überblick

Häufiges Aufstoßen: Woher es kommen kann und wie therapiert wird