Im Osten: Jeder fünfte neue Krebs ist Hautkrebs

Krebsranking in Ostdeutschland: Eine Auswertung des Gemeinsamen Krebsregisters zeigt, dass die meisten Krebserkrankungen in den neuen Bundesländern auf Hautkrebs zurückzuführen sind. Für die häufigsten Todesfälle sorgt das Lungenkarzinom.

Angela MisslbeckVon Angela Misslbeck Veröffentlicht:
Screening in der Praxis: Krebserkrankungen der Haut machen ein Fünftel der Diagnosen im Gemeinsamen Krebsregister aus.

Screening in der Praxis: Krebserkrankungen der Haut machen ein Fünftel der Diagnosen im Gemeinsamen Krebsregister aus.

© iStockphoto/Thinkstock

BERLIN. Knapp 100.000 Menschen sind in den östlichen Bundesländern und Berlin von 2007 bis 2009 an Krebs erkrankt, mehr als 45.000 starben an einem Krebsleiden.

Das sind die aktuellen Daten, die das Gemeinsame Krebsregister der östlichen Bundesländer vorgelegt hat.

Im Gebiet des Gemeinsamen Krebsregisters (GKR) leben knapp 16,5 Millionen Einwohner. Weil ihr Altersdurchschnitt deutlich über dem der Europabevölkerung liegt, weicht die Erkrankungsrate pro 100.000 Einwohner mit 594,9 Fällen stark nach oben ab.

In der altersstandardisierten Betrachtung kamen gut 381 Krebsneuerkrankungen auf 100.000 Einwohner.

Lungenkrebs verantwortlich für die meisten Todesfälle

Von den 52.982 betroffenen Männern waren zum Zeitpunkt der Diagnose 36 Prozent jünger als 65 Jahre, bei den 45.204 an Krebs erkrankten Frauen waren es 40,8 Prozent.

26,7 Prozent der gut 25.000 Männer und 21,5 Prozent der 20.606 Frauen starben noch vor dem 65. Lebensjahr an ihrer Krebserkrankung.

Kein anderer Krebs war für so viele Todesfälle verantwortlich wie das Lungenkarzinom, wobei die Krebsarten der Haut nicht betrachtet werden.

Von den insgesamt 98.186 Diagnosen im Osten Deutschlands betrafen mehr als ein Fünftel die Haut (21.858 Fälle). Brustkrebs war mit 13.542 Neuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Nicht ganz so oft wurde Darmkrebs mit 12.915 Erkrankungsfällen bei beiden Geschlechtern diagnostiziert. An vierter Stelle folgte das Prostatakarzinom. Es war mit 12.214 Erstdiagnosen die häufigste Krebsart bei Männern.

Lungenkrebs spielte mit 10.920 Neuerkrankten ebenfalls eine wichtige Rolle.

Berlin: Häufigste Neuerkrankungen beim Brustkrebs

In Berlin sind die gleichen fünf Karzinomlokalitäten für die Krebserkrankungen bestimmend, jedoch mit anderer Gewichtung. Am meisten Neuerkrankungen gab es in Berlin beim Brustkrebs, gefolgt von Krebsarten der Haut und Lungenkrebs.

Darmkrebs folgt in der Hauptstadt erst an vierter Stelle, und das Prostatakarzinom nimmt Rang fünf ein. Zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose waren in Berlin 40,4 Prozent der Männer und 44,3 Prozent der Frauen noch keine 65 Jahre alt.

Das Gemeinsame Krebsregister ist das mit Blick auf seine Bevölkerung umfangreichste Register in Deutschland.

Es wird seit 1961 geführt und von Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen getragen.

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