Lipide und Diabetes

Im Takt der inneren Uhr

Abhängig von der Uhrzeit, zu der eine Mahlzeit eingenommen wird, verändert sich die Zusammensetzung der Blutfette. Das hat auch Einfluss auf die Insulinsensitivität.

Veröffentlicht:

Potsdam. Wie wirkt sich der Zeitpunkt der Aufnahme einer kohlenhydratreichen Mahlzeit im Vergleich zu einer fettreichen Mahlzeit auf Lipidstoffwechsel und Blutzuckerspiegel aus?

Diese Frage haben sich Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) gestellt (J Clin Endocrinol Metab 2019; online 4. November).

„Unsere Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass sowohl Mahlzeitenkomposition als auch Tageszeit die Zusammensetzung der Fette im Blut beeinflussen“, fasst Studienautorin Privatdozentin Dr. Olga Pivovarova-Ramich die Ergebnisse in einer Mitteilung des DIfE zusammen.

Denn bei einem Drittel der untersuchten Lipide änderte sich die Konzentration abhängig davon, ob dieselbe Mahlzeit morgens oder nachmittags gegessen wurde. Zudem veränderte sich im Laufe des Tages auch die Insulinsensitivität.

„Möglicherweise können die tageszeitlich bedingten Lipidmuster ein Grund dafür sein, dass unser Körper morgens empfindlicher auf Insulin reagiert als abends“, so Pivovarova-Ramich.

Zwei vierwöchige Ernährungsphasen

Die Wissenschaftler analysierten in ihrer Studie das Lipidom, also die Gesamtheit der Lipide im Blutplasma, von insgesamt 29 nicht-adipösen, gesunden Männern. Die Studie bestand aus zwei jeweils vierwöchigen Ernährungsphasen: In der einen nahmen die Probanden am Vormittag eine kohlenhydratreiche und am Nachmittag sowie am Abend eine fettreiche Mahlzeit zu sich.

Während der zweiten Phase gab es früh die fettreiche und spät die kohlenhydratreiche Kost. Nach jeder Phase folgte ein Untersuchungstag, an dem die Studienteilnehmer zwei Mahlzeiten zu sich nahmen. Diese Testmahlzeiten waren der vorangegangenen Ernährungsintervention entsprechend entweder kohlenhydrat- oder fettreich.

Nach jeder Testmahlzeit untersuchten die Forscher die Blutfette und die Genaktivität im Fettgewebe der Probanden.

Insgesamt analysierte das Team in den Blutproben 672 Lipide aus 14 Fettklassen. Dabei nutzte es eine neue Methode, die sogenannte „High-Throughput-Shotgun-Plasma-Lipidomics“. „Erstmals können wir nun genau sehen, wie sich die Fettmuster im Laufe des Tages und unter Einfluss verschiedener Mahlzeiten verändern“, berichtet Pivovarova-Ramich.

Es sei gut vorstellbar, dass das Wissen um die richtige Tageszeit für bestimmte Mahlzeiten künftig auch in Ernährungsstrategien zur Prävention von Typ-2-Diabetes einfließe. (eb)

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