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Imiquimod-Creme läßt aktinische Keratose verschwinden

BERLIN (gvg). Bei der Behandlung von Patienten mit hellem Hautkrebs gehen Dermatologen neue Wege. Statt mit Messer und scharfem Löffel wird dem Krebs auch mit Cremes zu Leibe gerückt, die das Immunsystem der Haut aktivieren.

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Die Behandlung von Patienten mit Plattenepithelkarzinom der Haut besteht heute meist in einem invasiven Eingriff: Entsprechende Hautveränderungen werden operativ entfernt. "Das Problem dabei ist, daß nach einer solchen Operation in der Regel neue Karzinome in der Nachbarschaft entstehen", so Professor Eggert Stockfleth von der Klinik für Dermatologie an der Charité Berlin. Denn der helle Hautkrebs beruhe in erster Linie auf langer Sonnenexposition. Die aber betreffe nicht einzelne Punkte, sondern ganze Areale, die im Alter entsprechend anfällig für Karzinome sind.

Stockfleth plädiert deswegen für eine andere Herangehensweise: "Cremen statt schneiden" heißt seine Devise. Dabei wird durch die in den Cremes enthaltenen Wirkstoffe entweder das Immunsystem der Haut stimuliert oder die Blutversorgung der Hauttumoren eingeschränkt.

Besonders effektiv ist eine solche Flächenbehandlung bei der häufigen Präkanzerose des Plattenepithelkarzinoms, bei der aktinischen Keratose. "Hier kann man die Haut praktisch in den Ursprungszustand zurückversetzen, und zwar auch dann, wenn bereits an einzelnen Stellen Karzinome erkennbar sind", erläuterte Stockfleth. Der große Vorteil: Weil die umgebende, ebenfalls geschädigte Haut mitbehandelt wird, sind Rezidive seltener.

Verwendet werden dabei einerseits Gels aus Diclofenac-Natrium und Hyaluronsäure (Solaraze®), zum anderen der seit 1998 für die Behandlung bei Feigwarzen und kleinen, superfiziellen Basalzellkarzinomen eingesetzte Immunmodulator Imiquimod (Aldara®), der für die aktinische Keratose bisher allerdings noch nicht zugelassen ist.

Die Zulassung werde noch im Jahr 2005 erwartet, so Stockfleth. Über eine Bindung an Rezeptoren des unspezifischen Immunsystems, sogenannte Toll-Like-Rezeptoren, führt Imiquimod zu einer Aktivierung des Immunsystems der Haut, das dadurch in die Lage versetzt wird, die wuchernden Zellen der Haut in die Schranken zu verweisen. Stockfleth: "Die Haut wird gewissermaßen zwanzig Jahre jünger, und bei Patienten, die auf Imiquimod ansprechen, ist das nach sieben Wochen Behandlung auch klar zu sehen".



Neues Hauttumorzentrum in Berlin

Das neu gegründete Haut Tumor Centrum der Charité Berlin (HTCC) ist eine der ersten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland. Es führt alle an der Versorgung von Hauttumorpatienten beteiligten Disziplinen auch räumlich zusammen.

Das HTCC will einerseits eine zentrale Anlaufstelle für die Prävention, Diagnostik, Behandlung und Nachbetreuung sein. Andererseits sollen die Voraussetzungen für die klinischen Studien mit Hautkrebspatienten verbessert werden.

Auch Patientenorganisationen sind in das Hauttumorzentrum eingebunden. So organisiert die Bundesorganisation Selbsthilfe Krebs künftig gemeinsam mit Ärzten monatliche Fortbildungsveranstaltungen am HTCC. (gvg)

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