Immer mehr Jugendliche fliehen in virtuelle Welten

HANNOVER (mut). Männliche Jugendliche entwickeln sich am Computer immer mehr zu Sorgenkindern: Sie bevorzugen gewalttätige Spiele und verbringen viel mehr Zeit mit dem Spielen als Mädchen. Aber sowohl Mädchen als auch Jungs spielen deutlich mehr als noch vor zwei bis drei Jahren.

Veröffentlicht:
Spielen bis zur Erschöpfung: Gerade für junge Männer ist das oft Alltag.

Spielen bis zur Erschöpfung: Gerade für junge Männer ist das oft Alltag.

© Foto: dpa

Ein 15-jähriger Junge verbringt heute an einem Schultag im Schnitt 130 Minuten mit Computer- und Videospielen, im Jahr 2005 waren es noch 90 Minuten. Mädchen spielen zwar deutlich weniger, haben ihren Konsum im selben Zeitraum aber ebenfalls drastisch gesteigert, und zwar von täglich 19 auf knapp 53 Minuten. An Wochenenden spielen Jugendliche zum Teil noch deutlich länger.

Das geht aus der bislang größten repräsentativen Studie zur Nutzung von Computerspielen in Deutschland hervor. Die Erhebung, bei der 44 600 Neuntklässler aus 61 deutschen Städten und Landkreisen befragt wurden, hat das Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) in Hannover gestern vorgestellt. Zuvor hat es 2005 eine Befragung bei etwa 14 000 Neuntklässlern in Westdeutschland gegeben.

Deutliche Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs gibt es nicht nur bei der Spieldauer: So gelten nach der neuen Umfrage 3 Prozent der Jungs als computerspielsüchtig, aber nur 0,3 Prozent der Mädchen. Weitere 4,7 Prozent der Jungs sind aufgrund ihres exzessiven Spielverhaltens suchtgefährdet, aber nur ein halbes Prozent der Mädchen. Und: Jungs bevorzugen Gewaltspiele wie "Counterstrike" sowie extrem zeitaufwendige Rollenspiele, Mädchen dagegen Spiele, in denen das gewöhnliche Leben simuliert wird.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Gewaltspiele sind bei jungen Männern beliebt, daran ändert auch der Jugendschutz nichts

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Lesetipps
Knochen schematisch dargestellt

© crevis - stock.adobe.com

Komplikationen

Bei Diabetes mellitus auch die Knochen in den Blick nehmen

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen