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Impfen: Hebammen müssen mit ins Boot

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Bei Fragen zur Gesundheit von Babys vertrauen Eltern Hebammen oft mindestens genauso stark wie Kinderärzten. Hebammen könnten deshalb ideale Botschafter für Impfungen in den ersten Lebensmonaten sein. Das Gegenteil ist aber häufig der Fall: Ein großer Anteil von ihnen steht Impfungen sehr kritisch gegenüber, wie eine Umfrage beim Fachkongress für Hebammen in Leipzig ergeben hat.

Zum Beispiel ist bedenklich, dass nach der Umfrage jede vierte Hebamme Masern-Impfungen ablehnt. Dabei werden seltene aber schwere Komplikationen der Infektion ausgeblendet. So sind in Deutschland zum Beispiel seit 2003 bundesweit 17 Kinder und Jugendliche an der tödlichen Masern-Spätfolge SSPE erkrankt.

Auch Pertussis verläuft bei Säuglingen oft sehr schwer und manchmal sogar tödlich. Und auch hier spricht sich jede vierte Hebamme gegen den Schutz aus. Hinzukommt, dass sich die große Mehrheit von ihnen nicht an der empfohlenen Kokon-Strategie gegen Keuchhusten beteiligt. Zum Schutz der Kinder sollten eigentlich Erwachsene mit Säuglingskontakt geimpft sein. Nur 18 Prozent der Hebammen haben aber nach eigenen Angaben die Impfung.

Als Multiplikatoren im Gesundheitswesen müssen Geburtshelferinnen regelmäßig auch über die großen Chancen der Impfmedizin für die Kinder-Gesundheit informiert werden. Denn gegen den Rat von vielen Hebammen können Impfprogramme für Babys in Deutschland nicht wirklich erfolgreich sein.

Lesen Sie dazu auch: Viele Hebammen tun sich schwer mit Impfungen

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