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Metaanalyse bestätigt

Impfen führt nicht zu Typ-1-Diabetes

Für die Hypothese, Impfungen könnten bei Kindern die Entstehung eines Typ-1-Diabetes begünstigen, findet eine Metaanalyse keinerlei Belege.

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BELFAST. In Deutschland nimmt wie in den meisten Regionen der Welt die Häufigkeit von Typ-1-Diabetes-Erkrankungen seit den 1980er-Jahren kontinuierlich zu.

Es wird vermutet, dass veränderte Umweltfaktoren als Trigger für den Betazellverlust wirken. Welche Faktoren das sind, ist allerdings trotz zahlreicher Untersuchungen weitgehend unbekannt.

Ernährung und/oder Infektionen in der frühen Kindheit zählen zum Kreis der Verdächtigen. Spekuliert wird auch über einen Beitrag von Impfungen, die die Entwicklung des Immunsystems stören sollen.

Dieser Verdacht beruht allerdings vorrangig auf Tierexperimenten. Einer jetzt veröffentlichten Metaanalyse zufolge sind Befürchtungen, dass dies für Menschen zutrifft, nicht berechtigt. Die Auswertung von 23 Studien förderte bei keiner der untersuchten Impfungen eine erhöhte Diabetesrate zutage (Diabetologia 2016; 59: 237-243).

Studie mit über 13.000 Kindern

An den Studien - 18 Fall-Kontroll-, vier Kohortenstudien und eine randomisierte kontrollierte Studie - waren insgesamt 13.323 Kinder mit Typ-1-Diabetes beteiligt.

Elf Impfungen waren in mehreren Studien untersucht worden und konnten in Metaanalysen einbezogen werden.

Das niedrigste Quotenverhältnis von Typ-1-Diabetes bei geimpften gegenüber ungeimpften Kindern ergab sich bei der Masern-Mumps-Röteln-Impfung (Odds Ratio 0,58), das höchste bei der Haemophilus-influenzae-B-Impfung (Odds Ratio 1,0); die Werte zeigten allerdings eine große Varianz, und die Unterschiede mit und ohne Impfung waren in keinem Fall signifikant.

Fünf weitere Impfungen, zum Beispiel gegen Influenza und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), waren nur in jeweils einer Untersuchung erfasst worden. Dabei hatte sich ebenfalls kein Zusammenhang zwischen Vakzinierung und Diabeteserkrankung gezeigt.

Alle Studienergebnisse hatten auch dann Bestand, so die Verfasser Eileen Morgan und ihre Kollegen von der Universität in Belfast, wenn Störfaktoren sowie Anlage und Qualität der Studie bei der Auswertung berücksichtigt wurden.

Analyse mit Schwächen

Als Argument für die Impfhypothese wird gelegentlich die Beobachtung angeführt, dass der Typ-1-Diabetes gleichzeitig mit der Einführung von Massenimpfungen zugenommen hat und dass in Ländern ohne Impfprogramme weniger Diabetesfälle auftreten. Laut Morgan und Kollegen handelt es sich dabei um reine Koinzidenzen.

"Die Unterschiede sind nicht auf die Impfprogramme zurückzuführen, sondern auf zeitabhängige Veränderungen beziehungsweise andere Unterschiede zwischen den Ländern." Ihre Studie gebe keinerlei Anlass, im Hinblick auf die Entstehung von Typ-1-Diabetes irgendetwas an den bestehenden Impfprogrammen zu ändern.

Die Belfaster Ärzte räumen allerdings ein, dass ihre Analyse auch Schwächen hat: Die Daten wurden überwiegend retrospektiv erhoben, und Angaben zum Zeitpunkt der Impfung fehlten meistens.

Weil tierexperimentelle Studien nahegelegt haben, dass der Impftermin eine Rolle spielen könnte, empfehlen Morgan und Kollegen, in künftigen prospektiven Studien das Augenmerk auf den Zeitpunkt der Impfung zu legen. (bs)

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