Impfstoffverteilung in der Welt

Impfprogramm Covax knackt Milliardenmarke

Das Impfprogramm Covax hat nun mehr als eine Milliarde Impfdosen überwiegend an arme Länder ausgeliefert. Fair ist die Verteilung aber längst nicht. Das aber sei gefährlich, so Entwicklungsministerin Schulze.

Veröffentlicht:
Corona-Impfung in Kigali, der Hauptstadt Ruandas. Das Land ist jetzt Empfänger der milliardsten Impfdosis aus dem Covax-Programm gewesen, hieß es am Wochenende.

Corona-Impfung in Kigali, der Hauptstadt Ruandas. Das Land ist jetzt Empfänger der milliardsten Impfdosis aus dem Covax-Programm gewesen, hieß es am Wochenende.

© Habimana Thierry / Anadolu Agency / picture alliance

Genf. Das internationale Impfstoffprogramm Covax hat die Milliardenmarke bei der Auslieferung von Corona-Impfdosen geschafft. Die einmilliardste Dosis war in einer Lieferung, die am Samstag im ostafrikanischen Ruanda eintraf, wie die Impfallianz Gavi mitteilte. Zu dieser gehören Regierungen, Firmen, Stiftungen und UN-Organisationen.

Covax beliefert vor allem die 92 ärmsten Länder, die kein Geld für den Kauf von Impfstoff haben, sowie solche mit mittleren Einkommen. Insgesamt bekamen bislang 144 Länder über Covax Impfstoffe.

Ruanda ist eines der wenigen Länder in Afrika, das es kurz vor Weihnachten geschafft hat, 40 Prozent seiner 13 Millionen Einwohner zweimal gegen das Coronavirus zu impfen. Mitte Januar gab es noch 36 Länder vor allem in Afrika, die erst weniger als zehn Prozent ihrer Bevölkerung geimpft hatten. Das liegt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor allem daran, dass reiche Länder die Impfstoffproduktion für sich weitgehend aufgekauft haben.

Kritik der Entwicklungsministerin

Entwicklungsministerin Svenja Schulze kritisiert die ungleiche Verteilung der Corona-Impfungen weltweit. Besiegt werden könne die Pandemie nur, wenn die ganze Welt geimpft werde, sagte die SPD-Politikerin der Funke-Mediengruppe. „Gelingt dies nicht, gehen wir in eine Endlosschleife mit immer neuen Mutationen.“

Zugleich kritisierte sie, dass Impfstoffe gespendet werden, die kurz vor dem Ablaufen seien. „Afrika ist nicht die Resterampe für abgelaufene Impfstoffe“, sagte sie. Auch Entwicklungsländer brauchten planbare Lieferungen, um die Vakzine auch verimpfen zu können. „Wenn sich das nicht schnell ändert, geht in diesen Ländern viel Vertrauen verloren.“

Covax wurde 2020 gegründet, um die Coronaimpfforschung zu unterstützen. Ursprüngliche Idee war, dass das Programm weltweit die faire Verteilung von erfolgreichen Impfstoffen vornimmt. Das durchkreuzten reiche Länder mit ihren separaten Bestellungen bei den Herstellern. (dpa)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Sind die WHO-Ziele noch erreichbar?

Meningitis im Jahr 2023 für mehr als 250.000 Todesfälle verantwortlich

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

© Springer Medizin Verlag GmbH

Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

DEGAM-Leitlinie

So sollten Sie bei Schilddrüsenknoten vorgehen

„Demenz-Uhr“ erstellt

Bluttest könnte Alzheimerbeginn vorhersagen

Hilfe für Patienten und Angehörige

Palliativmedizin: Vier Tipps aus dem Versorgungsalltag

Lesetipps
Ein Arzt füllt einen internationalen Impfpass aus.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?