Wasa-Lauf

Je intensiver der Skilanglauf, desto seltener die Hypertonie

Skilangläufer haben ein deutlich verringertes Risiko für Hypertonie, berichten schwedische Forscher. Sie haben sehr erfolgreiche Freizeitsportler mit der Normalbevölkerung verglichen.

Von Wolfgang Geissel Veröffentlicht: 04.02.2020, 14:43 Uhr
Je intensiver der Skilanglauf, desto seltener die Hypertonie

Ausdauersport entspannt die Gefäße und hemmt die Ausschüttung von Stresshormonen.

© fotofrankyat / iStock / Thinkstock

Uppsala. Je erfolgreicher Skilangläufer einen 30 bis 90 km langen Volkslauf absolvierten, desto geringer war ihr Hypertonie-Risiko in den folgenden Jahren. Das berichten Forscher der Universität Uppsala nach einer Analyse der Daten von Teilnehmern des berühmten Wasa-Laufs. Mithilfe von schwedischen Registerdaten hatten sie dabei die Hypertonie-Erkrankungsraten bei 206.000 Lauf-Teilnehmern und bei über 505.000 Nicht-Skilangläufern verglichen (Circulation 2020; online 6. Januar).

Dass körperliche Bewegung vor Hypertonie-Entwicklung schützt und zudem einen manifesten Bluthochdruck lindert, wurde bereits in Studien demonstriert, berichtet die Universität Uppsala in einer Mitteilung zu der Studie. In früheren Studien seien aber bei Menschen mit geringer oder moderater körperlicher Aktivität untersucht worden. Die Effekte hoher körperlicher Aktivität, bei dem Skilangläufer die 30 bis 90 km des Wasa-Laufs absolvieren, seien bisher nicht bekannt.

Studienteilnehmer im Mittel 39 Jahre alt

Für die Studie wurden Daten aller Freizeit-Skilangläufer mit erfolgreicher Lauf-Teilnahme in den Jahren 1989 bis 2011 analysiert. Jedem Skiläufer wurden zwei bis drei „gematchte“ Nicht-Skiläufer gegenübergestellt. Die Probanden waren im Median knapp 39 Jahre alt.

Mithilfe der in Schweden üblichen Identitätsnummern konnten bei den Probanden aus mehreren Registern die Hypertonie-Manifestationen ermittelt werden. Dazu gehörten zum Beispiel das „swedish Patient Register“ und die „swedish prescription database“. Als Hypertonie-Manifestation wurde dabei die Erstverordnung eines Antihypertensivums gewertet.

Ergebnis: Binnen im Schnitt acht Jahren hatten 15.053 Skiläufer und 70.149 Nicht-Läufer eine Hypertonie entwickelt. Das Fünftel der Läufer mit den besten Zeiten bei dem Wettbewerb hatte dabei im Vergleich zu Nichtläufern ein um 61 Prozent reduziertes Bluthochdruck-Risiko.

Weniger Stresshormone

Aber auch das Fünftel der Läufer mit den schlechtesten Zeiten hatte im Vergleich noch ein um 25 Prozent reduziertes Risiko. „Je intensiver ein Mensch trainiert, desto besser ist das offenbar für die Arterien“, wird Dr. Kasper Andersen von der Universität in der Mitteilung zitiert. Das Training wirke vermutlich relaxierend auf die Gefäße, hemme die Ausschüttung von Renin sowie von Stresshormonen und verbessere die Funktion der inneren Gefäßwände, so der Studienautor: „All das sind wichtige Faktoren zur Blutdruck-Regulation“.

Andersen gibt aber zu bedenken, dass ein kausaler Effekt von Sport auf die Krankheitsentwicklung in einer solchen Beobachtungsstudie nicht bewiesen werden kann. Wahrscheinlich sei der Effekt auch auf weitere im Vergleich häufigere Faktoren in der Läufergruppe zurückzuführen, wie ein gesunder Lebensstil ohne Rauchen mit wenig Alkohol sowie fettarmer Ernährung.

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