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Überlebenschancen variieren

Jeder fünfte Patient erleidet zweiten Schlaganfall binnen fünf Jahren

Nach einem Schlaganfall variieren die Überlebenschancen und das Risiko eines zweiten Anfalls innerhalb der folgenden Jahre stark – je nach Auslöser. Das hat eine Auswertung des Erlangener Schlaganfall-Registers ergeben.

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Nach einem Schlaganfall ist nach fünf Jahren das Mortalitätsrisiko bei Frauen etwas höher als bei Männern.

Nach einem Schlaganfall ist nach fünf Jahren das Mortalitätsrisiko bei Frauen etwas höher als bei Männern.

© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Erlangen/Würzburg. Nach einem ersten Schlaganfall ist das Risiko für Wiederholungsfälle und Mortalität hoch: Einer Auswertung von Daten des Erlangener Schlaganfall-Registers (ESPRO) zufolge stirbt beinahe jeder zweite Patient innerhalb von fünf Jahren nach dem ersten Schlaganfall (Stroke 2020; 51: 2778–2785). Jeder fünfte Patient erleidet in diesem Zeitraum einen erneuten Schlaganfall. Dabei ist das Mortalitätsrisiko mit 49,6 Prozent bei Frauen etwas höher als bei Männern (41,8 Prozent).

Das Langzeitüberleben und die Wiederholungsrate unterschieden sich jedoch erheblich je nach Ursache des ersten Schlaganfalls, berichtet die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in einer Mitteilung aus Anlass der Publikation: So hatten Patienten, deren Schlaganfall durch den Verschluss peripherer Arterien ausgelöst wurde, die höchste Überlebenswahrscheinlichkeit nach fünf Jahren.

Dagegen lag diese Rate bei Patienten mit kardioembolischem Schlaganfall, der bekanntlich auch durch Vorhofflimmern verursacht werden kann, am niedrigsten. Die Gefahr, innerhalb von fünf Jahren einen erneuten Schlaganfall zu erleiden, war bei Mikroangiopathie und Makroangiopathie besonders gering.

Überlebenswahrscheinlichkeit gestiegen

Die Studie des Forschungsteams um Professor Peter Kolominsky-Rabas von der FAU und Viktoria Rücker und Professor Peter Heuschmann, beide Universität Würzburg, hat außerdem ergeben: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in Erlangen die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem ischämischen Schlaganfall deutlich verbessert – und zwar über alle Schlaganfall-Subtypen hinweg.

Dies stehe im Einklang mit der bundesweiten Entwicklung, so die FAU. Mögliche Erklärungen seien Verbesserungen bei den Behandlungsmöglichkeiten und im Umgang mit der Erkrankung, etwa die Einrichtung von Stroke Units.

9100 Ereignisse erfasst

Insgesamt werteten die Wissenschaftler Daten von 3346 Patienten aus dem Zeitraum 1996 bis 2015 aus, bei denen in den Kliniken der Stadt Erlangen ein Schlaganfall diagnostiziert und die im ESPRO erfasst worden waren.

Die in dem Register erfassten Patienten werden einem engmaschigen Verlaufsmonitoring unterzogen und in Abständen von drei und 12 Monaten und danach jährlich bis zum Lebensende weiterverfolgt.

Im ESPRO werden seit 1994 fortlaufend Daten zu Epidemiologie, Krankheitsverlauf, Versorgung und Gesundheitsökonomie bei Schlaganfall erhoben. Damit ist es laut Angaben der FAU eines der ältesten Register dieser Art weltweit – und mit 9100 Ereignissen das größte bevölkerungsbasierte Schlaganfall-Register in Deutschland. (eb/bae)

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