Kortisontherapie

KHK-Risiko bei Cushing-Syndrom stark erhöht

Manche Patienten entwickeln während einer Glukokortikoidtherapie ein Cushing-Syndrom. Sie haben ein drastisch erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.

Von Peter LeinerPeter Leiner Veröffentlicht:
Herzprobleme wie KHK - bei Cushing-Syndrom während systemischer Kortikoidtherapie ist das Risiko deutlich erhöht.

Herzprobleme wie KHK - bei Cushing-Syndrom während systemischer Kortikoidtherapie ist das Risiko deutlich erhöht.

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LONDON / PARIS. Bei Patienten mit iatrogenem Cushing-Syndrom während einer systemischen Glukokortikoidtherapie ist das Risiko etwa für KHK, Herzinsuffizienz und zerebrovaskuläre Ereignisse ungefähr dreimal so hoch, verglichen mit Patienten, die unter der Therapie kein Syndrom bekommen. Ein Grund mehr, bei Patienten mit iatrogenem Cushing-Syndrom frühzeitig nach kardiovaskulären Risikofaktoren zu fahnden.

Starke Assoziation Therapie - KHK

Diese neuen Erkenntnisse haben Ärzte aus den Daten von mehr als 400 britischen Allgemeinarztpraxen gewonnen. Sie stammen von 547 Patienten mit systemischer Glukokortikoidtherapie, bei denen ein iatrogenes Cushing-Syndrom diagnostiziert worden war.

Vergleichsgruppen waren in der Studie 3231 Patienten mit systemischer Glukokortikoidtherapie, aber ohne Cushing-Syndrom, sowie 3282 Patienten ohne Kortikoidtherapie (a href="http://www.bmj.com/content/345/bmj.e4928" target="_blank">BMJ 2012;345:e4928).

Die Multivariatanalyse, in der unter anderem Alter, Geschlecht, Intensität der Glukokortikoidtherapie sowie Grunderkrankung und mehrere medikamentöse Therapien berücksichtigt wurden, ergab eine starke Assoziation zwischen iatrogenem Cushing-Syndrom und kardiovaskulären Ereignissen.

So war die Raten für KHK und ischämische zerebrovaskuläre Ereignisse mehr als verdoppelt, die Herzinsuffizienz-Rate fast vervierfacht. Wurde das Augenmerk auf jegliche kardiovaskuläre Ereignisse gerichtet, so war das Risiko dafür um mehr als das Vierfache erhöht (Patienten mit systemischer Glukokortikoidtherapie plus iatrogenes Cushing-Syndrom versus Patienten ohne Kortikoide).

Fettgewebe wird umverteilt

Schon lange ist klar, dass bei der systemischen Behandlung mit Glukokortikoiden Fettgewebe umverteilt wird. Viele Patienten nehmen insgesamt an Gewicht zu und Fettgewebe vermehrt sich etwa im Gesicht, Nacken oder Abdomen besonders stark.

Diese Form der Adipositas ist mit metabolischen Störungen wie Hypertonie, erhöhtem Nüchternblutzucker und erhöhten Triglyzeridspiegeln sowie mit verringerten HDL-Werten assoziiert.

Manche Wissenschaftler sehen die Fettumverteilung auch als eine Form der iatrogenen Lipodystrophie, die mit erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes, Hypertonie, Dyslipidämie und vorzeitiger Atherosklerose assoziiert ist.

Diese Veränderungen sind nach Ansicht der Studienautoren nicht die einzige Erklärung für das erhöhte kardiovaskuläre Risiko. Außer dem metabolischen Syndrom und der Insulinresistenz kommt bei diesen Patienten auch häufiger eine Herzinsuffizienz vor.

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