Kaum Restenosen bei PTCA mit Drug-Eluting Balloon

Zur Therapie bei KHK gibt es jetzt auch Medikamenten-beschichtete Ballonkatheter. In ersten Studien haben sie eindrucksvolle Ergebnisse gebracht.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

Der Paclitaxel-beschichtete Ballonkatheter SeQuent® Please von B. Braun Melsungen hat in diesem Jahr die CE-Zulassung in Europa erhalten. Anders als beim Medikamenten-freisetzenden Stent (Drug-Eluting Stent, DES) wird der Wirkstoff beim beschichteten Ballon (Drug-Eluting Balloon, DEB) nicht langsam, sondern rasch freigesetzt.

Die Freisetzung passiere in jenen 30 Sekunden, während der Ballon bei der PTCA aufgeblasen wird, erläuterte Privatdozent Dr. Martin Unverdorben bei einer Veranstaltung in Berlin. Die rasche Freisetzung des Arzneimittels wird durch Beimischung eines Röntgenkontrastmittels erreicht, das die Löslichkeit von Paclitaxel um den Faktor 20 erhöht. In einer klinischen Studie im Vergleich zu einem DES fanden Unverdorben und seine Kollegen Hinweise, dass KHK-Patienten mit einer In-Stent-Restenose bei PTCA mit einem beschichteten Ballon sowohl angiografisch als auch klinisch nicht schlechter abschneiden als bei Implantation eines DES. "Der Ballon war sogar signifikant besser", so Unverdorben.

Restenoserate mit Ballon deutlich geringer als mit Stent

An der Studie nahmen 126 Patienten mit In-Stent-Restenose teil. Nach im Mittel 6,2 Monaten betrug die Restenoserate mit DEB 3 Prozent im Vergleich zu 20 Prozent mit DES. Erneute Eingriffe waren in der DES-Gruppe bei 17 Prozent der Patienten nötig, aber nur bei 3 Prozent der DEB-Gruppe. Nach Daten über ein Jahr waren mit DEB etwa 95 Prozent der Patienten ereignisfrei, mit DES etwa 82 Prozent. Auch dieser Unterschied war statistisch signifikant.

Bisher wurden keine Spätthrombosen beobachtet

Vor drei Jahren gab es bereits eine Arbeit zu einem Vorläufer-Ballon mit angiografisch ähnlich eindrucksvollen Resultaten, allerdings im Vergleich zur PTCA mit unbeschichteten Ballons. "Der Vorteil der beschichteten Ballons gegenüber den beschichteten Stents besteht darin, dass keine Fremdkörper implantiert werden. Entsprechend gab es bisher auch noch keine Spätthrombose", sagte Unverdorben. Das sei umso bemerkenswerter, als Clopidogrel bei DEB-Therapie nicht länger gegeben werde als bei konventioneller PTCA, also für vier Wochen nach Intervention.

German Healthcare Export Group e.V. / GHE e.V., www.gheg.de Medica: Hall 12/ A63

» Zur Sonderseite "Medica 2009" » Zum E-Paper "Medica aktuell"

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Systematisches Review mit Metaanalyse

Psychische Probleme wohl mit akutem Koronarsyndrom assoziiert

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Weltkrebstag 2026

Was es für die optimale Krebsversorgung auf dem Land braucht

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Lesetipps
Eine Frau hält eine Lupe über die Abbildung einer Gebärmutter.

© Gambar / stock.adobe.com

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?