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"Kein Grund, auf Umckaloabo® zu verzichten"

Die Diskussion um mögliche hepatotoxische Effekte von Umckaloabo® hat viele Patienten und niedergelassene Ärzte verunsichert. Professor Heinrich Matthys vom Universitätsklinikum Freiburg sieht jedoch derzeit keinen Grund, auf das Phytotherapeutikum zu verzichten.

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Husten, Schnupfen: Hier sind OTC-Präparate in der Regel eine gute Option, da die meisten Atemwegsinfekte viral bedingt sind.

Husten, Schnupfen: Hier sind OTC-Präparate in der Regel eine gute Option, da die meisten Atemwegsinfekte viral bedingt sind.

© Benicce / Fotolia.com

NEU-ISENBURG (run). "Da Atemwegsinfekte zu weit über 90 Prozent viral bedingt sind - vom Schnupfen über die Pharyngitis/Laryngitis zur Bronchitis/Bronchiolitis - sind hier anstelle von Antibiotika vor allem OTC-Präparate indiziert", betont Matthys.

Für den Pneumologen ist bei deren Auswahl jedoch wichtig, dass sie den gleichen evidenzbasierten Kriterien entsprechen, wie sie für verschreibungspflichtige Arzneimittel gelten, und es entsprechende randomisierte, prospektive und placebokontrollierte Studien gibt.

Hier sehe er auch den besonderen Stellenwert von Umckaloabo®, so der Wissenschaftler, der etliche Studien mit dem Extrakt aus Pelargonium sidoides EPs® 7630 initiiert, begleitet und publiziert hat.

Darin habe sich gezeigt, dass der Extrakt nicht nur als reines Symptomatikum wirke, sondern antibakterielle und antivirale Eigenschaften habe und die Krankheitsdauer merklich verkürze.

Matthys: "Es zählt zudem zu den wenigen gut untersuchten Phytotherapeutika im Bereich respiratorischer Infekte, von denen es Cochrane Library-Dokumente gibt."

In den Studien sei der Pelargonium Extrakt EPs® 7630 auch umfassend toxikologisch und sicherheitspharmakologisch untersucht worden. Dabei haben sich nach den Erfahrungen von Matthys keine Auswirkungen auf das hepatobiliäre System gezeigt.

Die gute Verträglichkeit werde auch dadurch untermauert, dass bei über 50 Millionen Anwendungen in den vergangenen 20 Jahren bei keinem Patienten auf die EPs® 7630-Einnahme nachgewiesene schwere Nebenwirkungen aufgetreten sind.

In placebokontrollierten Studien mit Kindern ab dem ersten Lebensjahr und bei Erwachsenen seien leicht erhöhte Beschwerden (p< 0,05) meist gastrointestinaler Art gemeldet worden.

"Ich habe zu dem jüngsten Fall des 40-jährigen Mannes mit einer Hepatitis kein toxikologisches Dossier zur Verfügung, das eine schlüssige Beurteilung eines Kausalzusammenhangs mit der Einnahme von Umckaloabo® erlauben würde", so der Freiburger Wissenschaftler.

Ohne entsprechende Untersuchungen zum Ausschluss bakterieller/viraler Ursachen oder Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen sei aber keine sichere Beurteilung möglich.

Gerade die sonografisch festgestellte Hepatosplenomegalie spreche zum Beispiel eher für eine infektiöse Genese der Leberentzündung als für eine arzneimitteltoxische.

Matthys würde daher nach den bisherigen Daten und aufgrund seiner eigenen Erfahrungen aus Studien derzeit nicht ohne weiteres auf das Phytotherapeutikum bei Patienten mit viralen respiratorischen Infekten verzichten.

Er würde das Mittel allerdings grundsätzlich nicht anwenden bei erkälteten Patienten mit einer gravierenden Grunderkrankung wie HIV und Mukoviszidose sowie bei Patienten mit Bronchiektasen, da bei diesen Atemwegserkrankungen meist eine bakterielle Besiedlung besteht, gegen die wirksamen Antibiotika eingesetzt werden müssen.

Der Freiburger Pneumologe ergänzt: "Evidenzbasierte Aussagen zur Einnahme von EPs® 7630 bei Patienten mit Leber- und Nierenkrankheiten sind derzeit nicht möglich, da diese Patienten ebenso wie Patienten mit Drogen- (Alkohol) und Medikamenten-Abusus in allen kontrollierten Studien ausgeschlossen wurden."

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