Hautschutz

Keine Chance für fettige Sonnencremes!

Lässt sich eine Sonnencreme gut auf der Haut verteilen? Hinterlässt sie Spuren oder riecht sie unangenehm? Für Konsumenten ist das oft viel wichtiger als der Sonnenschutz.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Sonnenschutzmittel sollten wasserfest sein, sonst sind sie schnell wieder ausgewaschen.

Sonnenschutzmittel sollten wasserfest sein, sonst sind sie schnell wieder ausgewaschen.

© Mauricio Jordan / panthermedia.net

CHICAGO. Kosmetische Eigenschaften sind für die Kaufentscheidung bei Sonnenschutzmitteln offenbar wichtiger als der Schutzfaktor und die Wasserfestigkeit. Darauf deutet eine Analyse von Dermatologen um Dr. Shuai Xu von der Universität in Chicago (JAMA Dermatol 2016; online 6. Juli). Die Forscher hatten sich Bewertungen zu den Top ein Prozent der Sonnenschutzprodukte beim Online-Händler Amazon genauer angeschaut.

Im Dezember 2015 fanden sie 6500 Kosmetik- und Pflegeprodukte, die auch oder ausschließlich dem Sonnenschutz dienen. In die Topkategorie nahmen sie nur Produkte auf, die mit mindestens vier von fünf Sternen bewertet worden waren; von diesen wählten sie die 65 mit den meisten Konsumenten-Kommentaren aus.

Im Median hatten diese Produkte 4,5 Sterne sowie 288 Kommentare erhalten, der Preis lag im Median bei 3,32 US-Dollar pro Unze (28 Gramm), die Preisspanne zwischen 68 US-Cent und 23 US-Dollar pro Unze.

Kosmetische Aspekte im Vordergrund

Im Median hatten die Produkte einen Lichtschutzfaktor von 35, knapp 90 Prozent einen von über 30. Immerhin 92 Prozent versprachen einen Breitband-UV-Schutz, und 62 Prozent waren wasserfest. Nur rund 60 Prozent entsprachen jedoch den Empfehlungen der US-Dermatologengesellschaft AAD für einen guten Sonnenschutz, die übrigen 40 Prozent genügten diesen Kriterien überwiegend deshalb nicht, weil sie nicht wasserfest waren.

Zu den AAD-Kriterien zählen auch ein Lichtschutzfaktor über 30 und ein Breitspektrumschutz. AAD-taugliche Produkte waren im Schnitt etwas teurer als die übrigen; Cremes waren teurer als Lotionen, und diese kosteten in der Regel mehr als Sprays. Die meisten der Produkte versprachen zudem, besonders geeignet für empfindliche Haut zu sein, auf Konservierungsstoffe zu verzichten oder natürliche Inhaltsstoffe zu verwenden.

Von den positiven Bemerkungen der Kunden drehten sich 61 Prozent um kosmetische Aspekte, 45 Prozent um die Wirksamkeit, ein Viertel um die Hautverträglichkeit, 17 Prozent um Inhaltsstoffe und nur 9 Prozent um den Preis. Bei den negativen Bemerkungen standen ebenfalls kosmetische Eigenschaften im Vordergrund (22 Prozent), gefolgt vom Sonnenschutz (11 Prozent), den Inhaltsstoffen (10 Prozent) und dem Preis (9 Prozent).

Wasserfestigkeit ist relevant

Bei den kosmetischen Eigenschaften war den Kunden vor allem wichtig, dass die Cremes sich gut einreiben lassen, ein angenehmes Gefühl auf der Haut erzeugen und nicht zu fettig sind. Konsistenz und Produktreste waren das drittwichtigste Thema.

Bei der Hautverträglichkeit wurde vor allem "verursacht keine Akne" genannt, auch physikalisch wirkende Inhaltsstoffe wie Zinkoxid und natürliche Ingredienzien erhielten positive Kommentare. 12 Prozent verwiesen auch auf andere Bewertungen der Produkte - am häufigsten auf solche der Environmental Working Group, einer Art Stiftung Warentest.

Dermatologen sollten sich im Klaren sein, wie wichtig den Konsumenten kosmetische Aspekte sind, und daher vor allem solche Produkte empfehlen, die diesen Anforderungen - neben einem wirksamen Sonnenschutz - entsprechen, raten Xu und Mitarbeiter. Außerdem sollten sie ihre Patienten verstärkt auf die nötige Wasserfestigkeit hinweisen: Diese ist auch jenseits des Wassersports relevant, denn wer stark schwitzt, verliert sonst rasch seinen Sonnenschutz.

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