Psychische Erkrankung

Kinderseele in Not

Von Dr. Elke Oberhofer Veröffentlicht:

Von psychischen Problemen ist in Deutschland statistisch gesehen jede fünfte Familie betroffen. Für Kinder stellt eine psychische Erkrankung eines Elternteils eine besondere Belastung dar. So ist das Risiko, im Kindes- oder Jugendalter eine Depression zu entwickeln, deutlich erhöht, wenn Mutter oder Vater depressiv sind; dies hat eine Longitudinalstudie aus Wales bestätigt.

Um zu verhindern, dass Kinder aus solchen Risikofamilien mittel- oder langfristig Schaden nehmen, tut man als Hausarzt gut daran, frühe Warnsignale ernst zu nehmen: Leidet das Kind verstärkt unter Ängsten, ist es übermäßig reizbar?

Beide Kriterien waren in der Studie signifikant mit dem Risiko, eine manifeste Depression zu entwickeln, verknüpft. Ein zusätzliches Gefahrenpotenzial bergen demnach Geldsorgen in der Familie, Streitereien zwischen den Eltern und Mobbingerlebnisse in der Schule.

Solche mehrfach belasteten Kinder und ihre Familien benötigen unbedingt Hilfe von außen: Schulen, Kindergärten, Ärzte sollten den Blick schärfen für Kinder, die möglicherweise in Not sind, und die Eltern frühzeitig auf Unterstützungsangebote hinweisen, etwa auf die Stiftung "Achtung Kinderseele" der kinder- und jugendpsychiatrischen Fachgesellschaften.

Mehr zum Thema

Halluzinationen

Psychose oder beginnende Demenz?

Geriaterin Singler im Interview

„Das Altern beginnt mit HIV früher“

Das könnte Sie auch interessieren
Depressionen im Lockdown: Zeit, zu handeln

Corona & Depression

Depressionen im Lockdown: Zeit, zu handeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Depression: Eine Krankheit mit vielen Fragen

Wissenswertes zu Depressionen

Depression: Eine Krankheit mit vielen Fragen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Keine Priorisierung mehr: Spritzen mit Corona-Impfstoff von J&J.
Update

Primär für über 60-Jährige

Corona-Vakzine von Johnson & Johnson ohne Priorisierung

Herzschutz nach Infarkt: Forscher testen auch hier neue Therapiestrategien, um etwa einer Herzinsuffizienz vorzubeugen.

Sacubitril/Valsartan

ARNI-Therapie enttäuscht bei Postinfarkt-Patienten