Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zu Herzdruckmassage

Knochenjob Reanimation

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

Rippenbrüche durch eine korrekt vorgenommene Herzdruckmassage liegen gewissermaßen in der Natur der Wiederbelebung nach einem Herzstillstand. Immerhin ist es dafür nötig, das Brustbein erheblichem Druck auszusetzen. Das hält nicht jeder Knochen aus.

Folgt man den Ergebnissen einer jüngst vorgelegten Studie, liegt die Zahl der Frakturen von Rippen und Sternum unter kardiopulmonaler Reanimation deutlich höher als bisher angenommen.

Eine schlechte Nachricht? Im Gegenteil: Die vielen gebrochenen Rippen - im Mittel fanden die forschenden Forensiker elf Verletzungen des Thoraxskeletts - sind vermutlich eher ein Indiz dafür, dass die durchschnittliche Tiefe und Frequenz der Herzdruckmassage zugenommen hat.

Genau das sehen die aktuellen Leitlinien vor. Statt wie früher zu 4-5 cm wird heute zu 5-6 cm Kompressionstiefe geraten. Die vorgeschlagene Kompressionsfrequenz liegt inzwischen bei 100-120/min, wo man früher 60-80/min für ausreichend hielt.

Nach den Studiendaten kommt es freilich auch unter den strengeren Vorgaben und trotz häufigerer Frakturen nicht zu mehr schweren iatrogenen Verletzungen der Patienten.

Und allemal ist es besser, mit gebrochenen Rippen zu überleben als mit intaktem Brustkorb zu sterben.

Lesen Sie dazu auch: Neue Daten zeigen: Herzdruckmassage ist ein Knochenbrecher

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Plaques bewerten

Screening mittels Koronar-CT: Was das bringen könnte

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl 27.04.201514:40 Uhr

... und es ist allemal besser,

mit intaktem Brustkorb zu überleben, als mit gebrochenen Rippen zu sterben.

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neurodivergenz

ADHS in der Hausarztpraxis: Hinweise für die Diagnostik

Intoxikationen

Pilzvergiftungen: Was ist für Hausärzte relevant?

Lesetipps
Smartphones mit Gemini und Chat-GBT

© Lorenzo Di Cola | NurPhoto / picture alliance

Künstliche Intelligenz

Warum die KI eine Hausärztin fälschlicherweise für tot erklärte

Eine ältere Frau stützt ihr Gesicht mit ihren Händen ab.

© Alexey Klementiev / photos.com

Risikofaktoren im Blick

So spüren Sie eine Post-Stroke-Depression auf

Modell eines Menschen mit Kopfschmerzen.

© Ezar / stock.adobe.com / Generated with AI

Viral bedingte Hirnentzündung

Virologe: „Das Bornavirus ist unser neues Tollwutvirus“