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Kollegen-Tip: Bei Atemnot nach Luftbefeuchtern fragen!

ZUSMARSHAUSEN (ner). Pneumologen warnen vor Luftbefeuchtern in Privathaushalten. Mit den Geräten werden häufig Keime und Allergene in der Raumluft verteilt.

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Bei Patienten mit unklarem Fieber, Husten und Atemnot lohnt es sich, gezielt nach solchen Geräten zu fragen, denn offenbar verursachen sie zunehmend Beschwerden. Die beliebten Zimmerspringbrunnen sind häufig mit Bakterien, Schimmelpilzen oder Hefen verseucht, die zu Fieber und pulmonalen Symptomen führen können.

Das berichten Dr. Dietrich Müller-Wening von der Fachklinik für Lungen- und Bronchialerkrankungen in Zusmarshausen und seine Kollegen in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" (131, 2006, 491). Ist das Befeuchterwasser erst einmal hochgradig kontaminiert, könne es bei jedem zweiten Exponierten zu Beschwerden führen, wie Studien ergeben haben.

Ultraschallvernebler gelten als stärker pathogen als andere Vernebler, weil verklumpte Allergene auseinandergerissen und so vermehrt alveolengängige Partikel produziert werden. Müller-Wening und seine Kollegen berichten über 14 Patienten, die zu Hause einen Kaltvernebler auf Ultraschallbasis benutzt hatten und unter Fieber, Husten und Atemnot litten.

Bei zwölf von ihnen diagnostizierten die Kollegen eine exogen-allergische Alveolitis, bei zwei Patienten ein sogenanntes Befeuchterfieber. Die Erkrankung wird auch als toxische Alveolitis oder Organic Dust Toxic Syndrom (ODTS) bezeichnet. Bei zehn Patienten war der Sauerstoffpartialdruck im Blut in Ruhe und/oder bei Belastung leicht bis mittelgradig erniedrigt. Bei neun Patienten fand sich eine restriktive Ventilationsstörung.

Die meisten Betroffenen hatten wie vorgeschrieben destilliertes oder demineralisiertes Wasser verwendet. Dieses hatten sie oft längere Zeit in Plastikkanistern aufbewahrt. Bei zwölf Anwendern wurden Bakterien, Schimmelpilze und Hefen nachgewiesen. Provokationstests mit dem Befeuchterwasser bei acht Patienten waren stets positiv. Bei 13 Patienten fanden die Pulmologen zudem IgG-Antikörper gegen Keime im Befeuchterwasser.

In der Praxis ist es teilweise schwierig, Atembeschwerden und Fieber auf die Befeuchter zurückzuführen, zumal die Geräte oft unregelmäßig verwendet und gewartet werden. Der entscheidende Schritt sei es, Patienten mit pulmonalen Problemen danach zu fragen, so Müller-Wening. Verschwinden die Symptome bei mehrstündigem Verlassen der Wohnung oder im Urlaub, ist das ein wichtiger Hinweis. Allerdings würde die Verbesserung oft irrtümlich auf eine Medikamenten-Therapie und nicht auf die Allergenkarenz zurückgeführt.

Der Antikörpernachweis bei Befeuchterlunge ist ein diagnostisches Problem, da viele Allergene nicht bekannt sind. Die Endotoxinkonzentration im Befeuchterwasser kann nur in einigen Speziallabors bestimmt werden. Zudem existieren keine verbindlichen Normwerte. Um unkontaminiertes Befeuchterwasser zu vernebeln, wäre es nötig, steriles Wasser zu verwenden und die Geräte häufig komplett zu reinigen und zu desinfizieren.

Bei medizinischen Verneblern ist dieses Problem inzwischen gelöst. Die Pulmologen fordern, Anwendungs- und Pflegeempfehlungen in die Gebrauchsanweisungen von Geräten für Privathaushalte aufzunehmen. Solange dies nicht erfolgt sei, müsse vom Gebrauch der Geräte abgeraten werden.

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