Tipps vom Experten

Kompressionsstrumpf muss zum Patienten passen!

Bei der Verordnung medizinischer Kompressionsstrümpfe kommt es nicht nur auf die Kompressionsklasse an, sondern auch auf die richtige Wahl des Materials. Denn auch diese beeinflusst die Therapietreue der Patienten und damit den Therapieerfolg.

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NEU-ISENBURG. Die gängige Lehrmeinung besagt: Je höher der Kompressionsdruck ist, desto besser ist die Therapie. Die Crux: Mit der Höhe des Kompressionsdrucks sinkt auch die Therapietreue des Patienten. So haben viele Patienten Komorbiditäten, Versteifungen in der Hüfte und Wirbelsäule oder zu wenig Kraft in den Händen, so dass sie die Kompressionsstrümpfe nicht anziehen können.

"Ich beginne daher lieber mit einer leichteren Kompressionsklasse und erhöhe diese vielleicht mit dem nächsten Rezept", so Professor Knut Kröger, Direktor der Klinik für Gefäßmedizin am Helios Klinikum Krefeld.

Neben den klassischen Komorbiditäten, der Peripheren Arteriellen Verschluss Krankheit (PAVK) und der Polyneuropathie, sollten bei der Wahl des Kompressionsstrumpfes das Alter, die Mobilität der Patienten sowie das Körpergewicht und die Schwere der Venenerkrankung berücksichtigt werden, empfiehlt der Gefäßspezialist in einer Mitteilung des Unternehmens medi.

"Wichtig ist, den Patienten an einen Kompressionsstrumpf zu gewöhnen, der zu seinem Leben und Alltag passt." Auch Anziehhilfen können notwendig sein. Hätten die Patienten einmal schlechte Erfahrungen mit Kompressionsstrümpfen gemacht, sei es sehr schwierig, sie wieder für eine Kompressionstherapie zu gewinnen, so Kröger.

Material entscheidend

Wichtiger noch als die Kompressionsklasse ist für den Gefäßspezialisten aus Krefeld die richtige Wahl des Strumpfmaterials. Denn auch sie habe Einfluss auf die Therapietreue des Patienten und damit auf den Therapieerfolg.

Kröger: "Der Patient will, dass der Strumpf nicht rutscht und nicht einschnürt. Außerdem sollte er leicht anzuziehen sein und beim Tragen keinen Juckreiz verursachen. Und manche Patienten haben auch noch Ansprüche, was die Optik des Strumpfes betrifft."

Der Angiologe hat noch einen weiteren praktischen Tipp für die Therapie mit Kompressionsstrümpfen parat, und zwar was die Hautpflege betrifft. Kröger: "Ich spreche die Hautpflege bei meinen Patienten gleich zu Beginn an und sage, dass die Haut durch die Venenerkrankungen selber empfindlicher und trockener sein kann und es bei langfristiger Anwendung von Kompressionsstrümpfen zu einer Verschlechterung der Symptome kommen kann."

Es sollte also nicht solange zugewartet werden, bis die Patienten unter der Therapie bereits Juckreiz oder andere Hautauffälligkeiten bekommen haben. (ikr)

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