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Kommentar zu Antihypertensiva

Kontrolle ist besser

Kaum jemand verlässt das Krankenhaus so, wie er es betreten hat. Und oft hat sich während der stationären Behandlung nicht nur der Patient verändert, sondern auch sein Medikationsplan – Ersterer meist zum Besseren, Letzterer nicht unbedingt.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

Das Szenario dürfte jedem Hausarzt vertraut sein: Ein älterer Patient, wegen Bluthochdrucks in Behandlung und gut eingestellt, muss wegen eines davon unabhängigen medizinischen Problems im Krankenhaus behandelt werden.

Als er nach der Entlassung aus der Klinik wieder in die Praxis kommt, ist seine Medikationsliste kaum wiederzuerkennen – Antihypertensiva eingeschlossen.

US-Forscher haben die Folgen solcher Eingriffe in die Medikation untersucht. Demnach wirkt sich die geänderte oder verschärfte antihypertensive Therapie eher negativ aus.

Die Komplikationsrate steigt, und viele der Patienten müssen bereits im ersten Monat nach der Entlassung wieder in die Klinik eingeliefert werden. Längerfristige Vorteile, etwa eine bessere Blutdruckeinstellung oder weniger kardiovaskuläre Zwischenfälle, hat die Änderung des Behandlungsplans hingegen nicht.

Bis der Entlassbrief in der weiterbehandelnden Praxis eintrifft, kann es dauern – auch davon kann jeder Hausarzt traurige Lieder singen.

Umso wichtiger ist es, die Entlassmedikamente umgehend zu kontrollieren und zu prüfen, ob eine stärkere Reduktion des Blutdrucks wirklich nötig ist. Bis nämlich der Brief vorliegt, sind die Patienten womöglich längst zurück in der Klinik.

Schreiben Sie dem Autor: robert.bublak@springer.com

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