Welt-Aids-Tag

Krapfen von Minister Bahr

In Europa breitet sich HIV aus, während in anderen Teilen der Welt die Zahlen der Neu-Infektionen rückläufig sind. Am heutigen Welt-Aids-Tag fordern Experten, den Kampf gegen Aids in der EU stärker zu forcieren. In Deutschland steht der Tag unter dem Motto "Positiv zusammen leben".

Veröffentlicht: 01.12.2012, 05:00 Uhr
Krapfen von Minister Bahr

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr unterstützt die Aktion "Positiv zusammen leben" anlässlich des Welt-Aids-Tages.

© Britta Pedersen / dpa

NEU-ISENBURG. Die HIV-Infektion ist europaweit auf dem Vormarsch: 2011 sind über 121.000 neue Infektionen gemeldet worden - rund 3000 mehr als im Jahr zuvor.

In den Ländern der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) wurde dabei im Vergleich eine leichte Zunahme der Neuinfektionen auf rund 28.000 verzeichnet, teilten das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit.

Der Anstieg zeige, dass "der Kampf gegen die fortgesetzte Übertragung von HIV auch in Zeiten strenger Budgetdisziplin von großer Bedeutung" auch für Europa sei, erklärten die Organisationen aus Anlass des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember.

Mehr Mittel für den Osten Europas

Im Gegensatz zu vielen anderen Teilen der Welt, wo die Zahl der Neuinfektionen rückläufig sei, steige sie in Europa, vor allem in Ost- und Zentraleuropa.

Aber auch in Deutschland: Das Robert Koch-Institut schätzt, dass die Zahl der Neuinfektionen bis Ende 2012 auf 3400. 2011 waren es 3300 gewesen.

"Die globale Finanzkrise stellt die Investitionsbereitschaft der Regierungen für einen besseren Zugang zu bewährten Maßnahmen gegen HIV/Aids wie Prävention, Test und Behandlung auf die Probe", sagte die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab. So erhalte in Osteuropa nur jeder vierte Patient eine antiretrovirale Therapie.

Vor allem im Osten der 53 Länder umfassenden WHO-Region Europa müssten mehr Mittel bereitgestellt werden.

"Jeder für die HIV-Bekämpfung eingesetzte Euro amortisiert sich schon durch die Einsparung der Behandlungskosten, ganz zu schweigen vom gesellschaftlichen Nutzen, der im Erhalt von Gesundheit und Produktivität der Menschen liegt", sagte die WHO-Regionaldirektorin.

Bundesgesundheitsminister engagiert sich in Hamburg

Mit dem Welt-Aids-Tag, der zum 25. Mal begangen wird, sollen der Kampf gegen die Krankheit sowie die Probleme und Leiden der Erkrankten ins Bewusstsein der Menschen gebracht werden.

Das Motto in diesem Jahr lautet "Positiv zusammen leben!" Die Kampagne stellt die Situation von HIV-Infizierte in der Arbeitswelt in den Fokus.

"Besonders am Arbeitsplatz brauchen Infizierte Akzeptanz, Toleranz und Rückhalt, damit sie offen mit ihrer Krankheit leben können", sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr bei der Vorstellung der Aktion.

Der Minister wird heute selbst ein Zeichen setzen: Gemeinsam mit den HIV-positiven Botschaftern des Welt-Aids-Tages - Marika (52), David (45) und Moritz (25) - wird der FDP-Spitzenpolitiker vor einer Hamburger Bäckereifiliale in der Mönckebergstraße mit roten Marzipanschleifen verzierte Krapfen und rote Schleifen verteilen und Spenden für die Aids-Hilfe sammeln.

Bahr erklärte im Vorfeld der Aktion: "Gemeinsam mit unseren Helfern will ich mit dieser Aktion die Menschen aufklären und informieren. Ich bewundere den Mut von Marika, David und Moritz, die offen zu ihrer HIV-Infektion stehen. Ich möchte gemeinsam mit ihnen zeigen, dass wir alle positiv zusammen leben und arbeiten können - nicht nur für einen symbolischen Tag, sondern täglich."

Reisebeschränkungen sollen aufgehoben werden

Dass HIV-Infizierte im Zusammenleben oftmals eingeschränkt werden, sieht man an den Reisebeschränkungen, die für sie nach Angaben der UN-Organisation für die Bekämpfung von Aids (UNAIDS) in 45 Ländern gelten.

Schluss damit, fordert die UNAIDS - und erhält jetzt Unterstützung aus der Wirtschaft: Chefs von mehr als 40 internationalen Unternehmen veröffentlichten einen Aufruf, die Reisebeschränkungen aufzuheben. Solche Verbote würden Menschen diskriminieren und seien zugleich schlecht für die Wirtschaft, hieß es in dem Schreiben.

Zu den Unterzeichnern dieser Forderung gehören unter anderem die Vorstandsvorsitzenden der Pharmaunternehmen Pfizer und Merck. (dpa/ths)

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