Kommentar

Lasst absolute Zahlen sprechen!

Von Michael Hubert Veröffentlicht: 20.10.2010, 15:04 Uhr

Lebenslang sollten Frauen nach den Wechseljahren Hormone einnehmen. Zum Schutz der Knochen und des Herzens. Dieser unkritischen Arzneiverordnung hat die Women's Health Initiative vor Jahren ein Ende gesetzt. Denn der vermutete Herzschutz einer Hormonersatztherapie entpuppte sich als Wunschdenken, zudem war die Brustkrebsrate erhöht.

Geblieben ist bei vielen Patientinnen die Verunsicherung. Diese wird befeuert durch Meldungen wie "Brustkrebsrate verdoppelt". Oft sind dies Medien, die kritisieren, wenn andere melden, "Arznei halbiert Herzinfarktrate". Dann werden absolute Zahlen gefordert. Zurecht, allerdings gilt das immer.

Genau das ist die Aufgabe von Ärzten bei der Beratung von Frauen zu Wechseljahresbeschwerden. Ja, die Brustkrebs-Sterberate ist verdreifacht, doch sehen wir uns die absoluten Zahlen an: In einer großen Studie sind 0,03 Prozent pro Jahr der Frauen mit Hormontherapie an Brustkrebs gestorben - also drei pro 10 000. Ohne die Therapie eine pro 10 000.

Dann kann die Patientin selbst entscheiden, ob sie das gering erhöhte Risiko eingeht und auf Wechseljahresbeschwerden verzichtet - oder nicht.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Mehr invasive Mamma-Tumoren durch Hormonkombination

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