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Antibiose

Liposomen fangen bakterielle Giftstoffe

Könnten Liposomen schon bald Antibiotika ersetzen? Erste Versuche verbreiten Hoffnung.

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Bei bakteriellen Infekten könnte es bald eine Alternative zu Antibiotika geben.

Bei bakteriellen Infekten könnte es bald eine Alternative zu Antibiotika geben.

© pictore / iStock

BERN. Mit einer neuen Substanz lassen sich möglicherweise schwere bakterielle Infektionen behandeln - ohne den Einsatz von Antibiotika. Damit könnten künftig auch die immer häufigeren Antibiotika-Resistenzen vermieden werden.

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Dr. Eduard Babiychuk und Dr. Annette Draeger von der Universität Bern hat einen "Schutzschild" entwickelt, der aus Liposomen zusammengesetzt ist, wie die Universität Bern mitteilt.

Künstlich hergestellte Nanopartikel

Liposomen werden unter anderem verwendet, um Medikamente in den Körper zu transportieren. Es handelt sich dabei um künstlich hergestellte Nanopartikel, die aus Bestandteilen der Fettschicht von Körperzellen gebildet werden.

Die Wissenschaftler setzten solche Liposomen so zusammen, dass sie bakterielle Giftstoffe anziehen und die Körperzellen vor diesem Einfluss schützen, indem sie die Toxine neutralisieren.

Damit können vor allem grampositive bakterielle Pathogene bekämpft werden, die zytotoxische porenbildende Toxine bilden, wie Staphylococcus aureus and Streptococcus pneumoniae.

Dadurch werden die Bakterien ungefährlich und können von den Zellen des Immunsystems überwältigt und unschädlich gemacht werden (Nature Biotechnology 2014, online am 2. November)

"Da die Wirkung der Liposomen sich nicht gegen die Bakterien selber richtet, kann sich auch keine Resistenz entwickeln", wird Draeger in der Mitteilung zitiert.

Studie zu schwere Pneumonie

Mäuse, die im Tierversuch mit diesen Liposomen behandelt wurden, überlebten eine sonst tödliche Blutvergiftung und wurden ohne Antibiotika wieder gesund.

Der neue Wirkstoff ist von der Technologietransfer-Organisation Unitectra Bern, an der auch die Universitäten Basel und Zürich angeschlossen sind, zum Patent angemeldet worden.

Die neue Substanz wird als Medikament unter dem Namen "CAL02" von der Genfer Biotechnologiefirma LASCCO SA weiterentwickelt und für die klinischen Studien und die Anwendung am Menschen vorbereitet.

Die LASCCO SA ist auf die Entwicklung biomedizinischer Technologie spezialisiert. Eine erste klinische Studie mit Patienten, die an schwerer Lungenentzündung durch Streptokokken leiden, ist in Planung. (eb)

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