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Pneumologen-Kongress 2019

Lungenkrankheiten – aus zwei Perspektiven betrachtet

Viele Lungenkrankheiten wurzeln in der Kindheit. Grund genug, dass pädiatrische und Erwachsenenpneumologen erneut zusammen tagen.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Öffentliche Aufmerksamkeit ist den deutschen Pneumologen in diesem Jahr gewiss, wenn sie sich in München zu ihrer Jahrestagung treffen – den Reizworten Stickoxid, Feinstaub & Co sei Dank. Und das ist gut so, finden die Kongresspräsidenten Professor Erika von Mutius und Professor Jürgen Behr, beide aus München.

Sie hoffen, dass entsprechende Diskussionen weniger emotional denn wissenschaftlich-rational geführt werden. Erwünscht ist der kollegiale wie kontroverse Austausch sowieso – und da ist den Programmgestaltern zum 41. Kongress der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (GPP) und zum 60. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) einiges eingefallen.

Zum zweiten Mal tagen die beiden Fachgesellschaften gemeinsam. „Wir internistischen Pneumologen lernen zunehmend, die frühe Entwicklung der Lunge für spätere Erkrankungen mit zu berücksichtigen“, so Behr im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“. Genetische Prädispositionen und diverse Umwelteinflüsse wirken sich später auf Krankheitsverläufe im Erwachsenenalter aus.

Wer sich in jeweils seinem Fachgebiet für bestimmte Krankheiten interessiert, dem wird auf diesem Kongress die Möglichkeit gegeben, die pädiatrische wie die internistische Sicht zu erfahren. „Bei getrennten Kongressen wäre das so nicht möglich“, sagte von Mutius der „Ärzte Zeitung“.

Inhaltliche Konflikte zwischen pädiatrischen und internistischen Pneumologen, etwa auf dem Feld des Asthmas, werden ausdrücklich aufs Tapet gebracht, Stichwort Phänotypisierung und Untergruppen. Konfliktbehaftet und längst nicht gelöst ist außerdem das Thema der Transition von Jugendlichen mit chronischen Lungenerkrankungen ins Erwachsenenalter. Die Fortschritte in der Mukoviszidosebehandlung sowie die Tatsache, dass bereits mehr als die Hälfte der Mukoviszidose-Patienten in Deutschland erwachsen ist, verdeutlichen, dass dringender Handlungsbedarf seitens der Erwachsenenmedizin besteht.

Betroffen sind zudem Patienten mit pulmonaler Hypertonie, mit interstitiellen Lungenerkrankungen oder mit chronischer respiratorischer Insuffizienz. Konstruktive Lösungen gesucht werden zudem beim Risikomanagement der COPD, in der Infektiologie, bei pulmonalen Vaskulopathien und natürlich auch in der thorakalen Onkologie.

Das im vergangenen Jahr erfolgreich eingeführte Konzept der Keynote Lectures wird in diesem Jahr fortgesetzt. Sie sind eine Einladung, prominente Wissenschaftler zu erleben, die etwas zu sagen haben über Themen, die auch jenseits des klinischen oder Praxisalltags interessieren.

Sind bereits Kipp-Punkte des Klimasystems überschritten? Ist die Digitalisierung unseres Alltags Fluch oder Segen? Sind wahre Nachrichten eine postfaktische Illusion? – Es lohnt, die Kongresstage früh zu beginnen, um mögliche Antworten zu hören!

Pneumo-Kongress

Beim 60. Kongress der DGP tagen Kinderpneumologen und internistische Pneumologen gemeinsam.

  • Wo? ICM München
  • Wann? 13. bis 16. März 2019
  • Motto: „Pneumologie – interdisziplinär und interaktiv“
  • Infos:pneumologie-kongress.de
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