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M. Crohn: Sonografie ergänzt Darmspiegelung bestens

Um einem Morbus Crohn auf die Spur zu kommen und in der Verlaufskontrolle ist die Sonografie ein wertvolles Instrument.

Von Maria Weiß Veröffentlicht:

BERLIN. Die Sonografie kann bei der Erstdiagnose eines Morbus Crohn die Darmspiegelung nicht ersetzen. Sie liefert aber wertvolle Informationen über die Ausdehnung der Entzündung und hat einen hohen Stellenwert in der Verlaufskontrolle.

Entzündliche Abschnitte lassen sich bei Morbus Crohn durch eine deutliche Verdickung der Darmwand erkennen. © Dr. med. Hans Worlicek, Regensburg

Entzündliche Abschnitte lassen sich bei Morbus Crohn durch eine deutliche Verdickung der Darmwand erkennen. © Dr. med. Hans Worlicek, Regensburg

© Dr. med. Hans Worlicek, Regensburg

Bei Patienten mit abdominellen Beschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfall wird meist zuerst eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens vorgenommen. Mit modernen Ultraschallgeräten lasse sich hier bereits die Verdachtsdiagnose eines Morbus Crohn stellen, sagte Professor Christoph Dietrich aus Bad Mergentheim auf einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) in Berlin.

Bei Morbus Crohn sind die segmentalen entzündlichen Darmabschnitte anhand einer typischen Wandverdickung im Ultraschall gut erkennbar. Bei 90 Prozent der Patienten lässt sich auf diese Weise ein richtungsweisender Befund erheben. Zur Diagnosesicherung ist dann aber trotzdem noch eine Ileokoloskopie mit Biopsien aus den veränderten Darmabschnitten notwendig.

"Ein wesentlicher Vorteil der Ultraschalluntersuchung ist, dass auch Veränderungen in der Umgebung des Darms beurteilt werden können", sagte Dietrich. Hierzu gehören beim Morbus Crohn Fistelgänge, Abszesse und vergrößerte Lymphknoten. Mit hochauflösendem Ultraschall könne hier mit deutlich geringerem Aufwand die gleiche Treffsicherheit erzielt werden wie mit der Kernspin-Tomografie, so der Gastroenterologe.

Einen hohen Stellenwert hat die Sonografie in der Verlaufskontrolle bei Morbus-Crohn-Kranken. Bei Verdacht auf ein klinisches Rezidiv wird die Sonografie in den Leitlinien als bildgebendes Verfahren der ersten Wahl genannt. Nur bei nicht eindeutigen Ergebnissen werden ergänzend weitere Verfahren wie CT und MRT empfohlen. Wesentlicher Vorteil der Sonografie sei, dass die Untersuchung jederzeit wiederholt werden kann, ohne den Patienten unnötig zu belasten, so Dietrich. In Zukunft könnten neue technische Weiterentwicklungen wie die Kontrastmittelsonografie oder eine dreidimensionale Darstellung die Ultraschalldiagnostik noch weiter verbessern.

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