Aortenklappenstenose

Männer- und Frauenherzen reagieren unterschiedlich

In Herzmuskelzellen von männlichen Patienten mit Aortenklappenstenose sind andere Gene aktiv als bei erkrankten Frauen. Das hat einer Studie zufolge Einfluss auf die Schwere der Erkrankung.

Veröffentlicht: 16.01.2020, 17:00 Uhr
Männer- und Frauenherzen reagieren unterschiedlich

Stenose der Aortenklappe: Die häufigste Herzklappenerkrankung.

© Prof. M. Weyand, Universitätskl

Berlin. Liegt eine Aortenklappenstenose vor, sind in Herzmuskelzellen bei Männern andere Gene aktiv als bei Frauen. Das haben Forscher um Lea Gaignebet vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) festgestellt (Mayo Clin Proc 2020; online 14. Januar).

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Umbauprozesse in weiblichen und männlichen Herzen über andere Mechanismen ablaufen, berichtet das DZHK. Eine Aortenklappenstenose rufe zwar bei beiden Geschlechtern eine Hypertrophie hervor. Bei Männern liefen dieses Wachstum und die damit verbundenen Umbauprozesse jedoch ungünstiger ab als bei Frauen.

Gene: Geschlechter-Unterschiede in der Expression

Für ihre Pilotstudie analysierten die Wissenschaftler die Genexpression in einzelnen Herzmuskelzellen. Die analysierten Zellen stammten dabei aus Herz-Biopsien von 17 weiblichen und 17 männlichen Patienten, die eine Ersatz-Herzklappe erhielten.

Das Team stellte bei bestimmten Genen bei Männern und Frauen einen deutlichen Unterschied in der Expression fest, und zwar bei Genen, die mit krankhaften Umbauprozessen im Herz verknüpft sind (ACTC1, GJA1, MYL4, NPPA, and NPPB). Ebenso auffällig anders reguliert waren demnach die Gene CCN2 and NFKB1, die Entzündungsfaktoren kodieren.

„Unser bisheriges Wissen über die Mechanismen bei Herzkrankheiten basiert auf Studien, an denen überwiegend männliche Patienten teilgenommen haben. Wir fragen uns jetzt, inwieweit diese Ergebnisse tatsächlich auch für Frauen relevant sind, da in ihren Herzen scheinbar ganz andere Prozesse aktiv sind“, so Studienautor Professor Georgios Kararigas. Größere Studien speziell mit weiblichen Patienten hält er für dringend nötig. (eb/bae)

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