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Helicobacter pylori

Magenkeim spielt mit seinen Genen

Helicobacter pylori verändert im menschlichen Wirt vom Moment der ersten Infektion an laufend seine Gene.

Veröffentlicht:

HANNOVER. Ein besonderes Merkmal von Helicobacter ist seine genetische Vielfalt: Es verändert seine Gene im Laufe einer Infektion, teilt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) mit. Professor Sebastian Suerbaum zeigt nun in einer neuen Studie, dass Helicobacter pylori bereits am Anfang einer Infektion eine hohe genetische Variabilität aufweist, aber nicht schneller mutiert als im späteren Verlauf (Gastroenterology 2017; online 21. Oktober).

Suerbaum, Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene sowie Vorstand am Max von Pettenkofer-Institut der LMU und zuvor langjähriger Direktor des MHH-Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, erforscht, welche Rolle die genetische Vielfalt des Keims für dessen Anpassung an den menschlichen Wirt spielt.

Bislang gab es kaum Erkenntnisse dazu, wie wandlungsfähig Helicobacter pylori direkt nach der Infektion ist, da diese in der Regel erst später, im chronischen Stadium diagnostiziert wird, heißt es in der Mitteilung.

Noch keine Impfung

Suerbaum konnte nun anhand von Proben mehrerer frisch Infizierter auf molekularer Ebene genau beobachten, welche Veränderungen das Bakterium im Rahmen seiner frühen Anpassungsphase durchläuft: "Die Mutationsrate ist von Anfang an sehr hoch. Es kann sogar zur Abschaltung der Produktion für die Immunantwort kommen und zur Auslösung wichtiger Funktionen des Bakteriums, die später zur Erkrankung führen."

Noch gibt es keine Impfung gegen den Keim. "Die hohe genetische Vielfalt stellt eine besondere Herausforderung für die Entwicklung eines Impfstoffs dar", wird Suerbaum, der im Rahmen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung an der Impfstoffentwicklung arbeitet, in der Mitteilung zitiert.

Die aktuelle Studie zeigt auf, wie sich einzelne Bausteine der Erbsubstanz des Bakteriums zu Beginn der Infektion verändern. "Die Ergebnisse unserer Studie werden Auswirkungen auf die Wahl möglicher Impfstoff-Antigene haben", sagt Suerbaum, der das MHH-Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene kommissarisch leitet. (eb)

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