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Magnetfelder holen Mann aus Koma

GÖTTINGEN/CHICAGO (mut). Ärzte in den USA haben erstmals einen Mann per Magnetstimulation aus dem Koma geholt. Nach 30 Sitzungen war der Patient wieder in der Lage, einfache Wörter zu sprechen und Emotionen zu zeigen.

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Magnetfelder holen Mann aus Koma

© Foto: www.fotolia.de ktsdesign

Der inzwischen 29-jährige Josh Villa hatte sich bei einem Autounfall schwere Kopfverletzungen zugezogen und reagierte nicht mehr auf äußere Reize. Wie das Magazin "New Scientist" online berichtet, haben Ärzte um Dr. Theresa Pape aus Chicago ein Jahr nach dem Unfall eine Therapie mit transkranieller Magnetstimulation (TMS) versucht.

Dabei wird über eine große Magnetspule ein starkes Magnetfeld aufgebaut, das sich durch den Schädel hindurch auf bestimmte Hirnareale fokussieren lässt. Die Ärzte stimulierten bei Villa den präfrontalen dorsolateralen Kortex. Diese Region hat ausgeprägte Verbindungen mit dem Hirnstamm, der bekanntlich auch den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Die Ärzte hofften, über den Hirnstamm ein Wecksignal zu erzeugen.

Insgesamt erhielt Villa innerhalb von sechs Wochen 30 TMS-Sitzungen, berichtet Pape auf einem Kongress zur Hirnstimulation in Göttingen. Nach 15 Sitzungen schien die Therapie Wirkung zu zeigen: Villa begann plötzlich seinen Kopf zu drehen, wenn er angesprochen wurde.

Nach einiger Zeit konnte er auf Kommando etwa seinen Daumen bewegen und schließlich einfache Worte aussprechen - wenngleich sehr undeutlich. Nach dem Ende der Therapie verschlechterte sich Villas Zustand wieder etwas, er blieb aber weiterhin ansprechbar und konnte auf Fragen reagieren, etwa durch Augenzwinkern. Eine zweite Behandlungsphase sechs Wochen später brachte keine weiteren Fortschritte.

Nach Angaben von Pape war dies der erste erfolgreiche Versuch mit transkranieller Magnetstimulation (TMS) bei einem Koma-Patienten. Der Ärztin will zwar nicht völlig ausschließen, dass Villa nur zufällig aus dem Koma erwacht ist und die TMS nicht der Auslöser dafür war. Sie hält dies jedoch für unwahrscheinlich, da sich Villas Zustand ab der 15. Sitzung schrittweise mit jeder Stimulation weiter besserte. Pape will nun die Wirksamkeit der TMS bei weiteren Koma-Patienten prüfen.

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