Malaria dominiert nach Tropenreise

RENNES (eis). Wenn Reisende sich in tropischen Ländern infizieren und schwer erkranken, dann haben sie meist Malaria. Nach den Daten einer französischen Studie trifft es dabei am häufigsten Menschen mit Migrationshintergrund, die Freunde und Verwandte besuchen.

Veröffentlicht:

Für die Studie haben Ärzte von der Abteilung für Infektionskrankheiten der Universitätsklinik in Rennes die Daten von 230 schwer erkrankten Reiserückkehrern ausgewertet (Eur J Microbiol Infect Dis 27, 2008, 1137).

Die meisten davon (71 Prozent) hatten sich in Afrika südlich der Sahara aufgehalten, weitere Reiseländer waren Süd(ost)asien, Nordafrika, Lateinamerika und Zentralasien. Die Patienten waren im Mittel vier Wochen unterwegs gewesen und durchschnittlich 13 Tage nach der Rückkehr in die Klinik eingewiesen worden.

Ergebnis: Am häufigsten war bei den Studienteilnehmern Malaria. Insgesamt 49 Prozent der Patienten waren davon betroffen, bei den Reisenden ins südliche Afrika waren es sogar 96 Prozent. Von den Patienten hatten mehr als drei Viertel keine oder keine ausreichende Malaria-Prophylaxe vorgenommen.

Am zweithäufigsten traten bei den Rückkehrern Magen-Darm- und Leberkrankheiten auf (insgesamt 25 Prozent), gefolgt von Pneumonien und anderen Atemwegsinfektionen (15 Prozent). Dengue-Fieber war mit zwei Meldungen relativ selten.

Einige registrierte Krankheiten hatten zudem ein Risiko für eine Weiterverbreitung: Darunter waren Tuberkulose (8-mal), Virushepatitis (8), Typhus (6), neue HIV-Infektionen (6), Salmonellosen (5) und je einmal hämorrhagisches Krim-Kongo-Fieber und SARS.

Etwa acht Prozent der Reisenden in Entwicklungsländer müssen während oder nach dem Aufenthalt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, berichten die Kollegen aus Frankreich. "Niedergelassene Ärzte müssen deshalb mit dem Spektrum der möglichen Reise-Infektionen vertraut sein", so die Infektiologen. Besonders oft trifft es Reisende, die am Reiseziel Freunde und Verwandte besuchen. Diese Risikogruppen müssten künftig besser als bisher mit reisemedizinischer Beratung erreicht werden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Migranten brauchen Reiseberatung

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft

Lesetipps
Nahaufnahme der Hände eines Labortechnikers mit einem Röhrchen mit einer Blutprobe darin aus einem Gestell mit anderen Proben.

© angellodeco / stock.adobe.com

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht