Multiple Sklerose

Mastzellen in völlig neuem Licht

Mastzellen sind unschuldig - zumindest bei der Entstehung von MS und Rheumatoider Arthritis.

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Leukozyten und stark granulierte Mastzellen.

Leukozyten und stark granulierte Mastzellen.

© Dr. Thorsten Feyerabend / DKFZ

HEIDELBERG (eb). Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass Mastzellen des Immunsystems an der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoider Arthritis oder Multipler Sklerose maßgeblich beteiligt sind.

Aktuelle Studien am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) widerlegen nun diese Auffassung. Lediglich die wichtige Rolle der Mastzellen bei Allergien bleibt gegenwärtig unbestritten, wie es in einer Mitteilung des DKFZ heißt.

"Wir gehen davon aus, dass die Funktion der Mastzellen neu bewertet werden muss", wird Professor Hans-Reimer Rodewald in der Mitteilung zitiert. Vor allem müsse die Frage geklärt werden, ob Mastzellen eine konstruktive, schützende Funktion haben und wenn ja welche.

Bisher wurde nach Angaben von Rodewald die Bedeutung der Mastzellen bei Mäusen untersucht, die im Kit-Gen eine Mutation tragen. Kit selbst ist ein Molekül auf der Oberfläche von Mastzellen. Mäuse ohne das Kit-Protein besitzen keine Mastzellen, und solche Mäuse sind seit mehr als 25 Jahren Standardmodelle der Mastzellforscher.

Andere Zelltypen beeinträchtigt

An diesen Tieren führten Forscher in der Vergangenheit mehrere Studien durch, in deren Folge Mastzellen eine Schlüsselfunktion bei bestimmten Autoimmunerkrankungen zugesprochen wurde.

Allerdings sind bei diesen Tieren auch verschiedene andere Zellen wie Granulozyten und rote Blutkörperchen beeinträchtigt, denn die Kit-Mutation beeinflusst viele Zelltypen.

Den Forschern ist es nun gelungen, eine Maus zu züchten, die ein normales Kit-Gen trägt und dennoch keine Mastzellen bilden kann (Immunity 2011; 35: 832-844).

Die Tiere sind gesund. Die Forscher zeigten, dass die Abwesenheit von Mastzellen keinen Einfluss auf die Krankheitsentwicklung bei den untersuchten Autoimmunerkrankungen hatte.

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