HIV

Mehr junge Aids-Tote

Weltweit sinkt die Zahl der Aids-Toten. Doch unter jungen Menschen ist sie deutlich gestiegen. Deshalb fordern WHO und Unicef spezielle Hilfe für gefährdete und bereits infizierte Jugendliche.

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GENF. Die Zahl der Aids-Toten unter Jugendlichen ist zwischen 2005 und 2012 um 50 Prozent gestiegen. In der Gesamtbevölkerung sei sie hingegen im selben Zeitraum um 30 Prozent gesunken, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag aus Anlass des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember mit.

Die UN-Organisation fordert mehr gezielte Hilfe für die derzeit weltweit rund zwei Millionen 10- bis 19-Jährigen, die mit dem Aids-Erreger HIV infiziert sind, sowie mehr Aktionen, um Jugendliche von Ansteckung zu schützen.

Die WHO-Experten stellten mit Blick auf den Welt-Aids-Tag erstmals Empfehlungen zusammen, wie Gesundheitsdienste jungen HIV-Infizierten und gefährdeten Jugendlichen helfen können. Dazu soll bis Januar auch eine spezielle Internet-Plattform zur Verfügung stehen.

Jugendliche würden viel seltener als Erwachsene auf HIV getestet, erklärte der Direktor der WHO-Abteilung zur Bekämpfung von HIV und Aids, Gottfried Hirnschall.

Viele Gründe dafür, dass medizinische Dienste nicht in Anspruch genommen werden

Zudem benötigten junge Menschen, die sich mit dem HI-Virus angesteckt haben, erfahrungsgemäß mehr Unterstützung, um mit der Situation fertig zu werden. "Jugendliche brauchen medizinische Dienste und Unterstützung, die auf ihre besonderen Bedürfnisse zugeschnitten sind."

Besonders schwerwiegend sind die Probleme laut WHO und Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) in afrikanischen und anderen Entwicklungsländern. Dort sei es für junge HIV-Infizierte zum Beispiel sehr schwierig, sich Freunden und der Familie zu offenbaren.

"Heranwachsende Mädchen sowie junge Männer, die Sex mit Männern haben, alle jene, die sich Drogen spritzen oder jene, die Opfer sexueller Nötigung werden, sind hohen Risiken ausgesetzt", erklärte der Leiter des HIV-Programms von Unicef, Craig McClure.

"Sie sind mit großen Hindernissen konfrontiert - darunter harsche Gesetze, Ungleichheit, Stigmatisierung und Diskriminierung -, die sie davon abhalten, sich an medizinische Dienste zu wenden, die Tests sowie Vorbeugung und Behandlung von HIV anbieten."

Ohne dass solche Hindernisse überwunden werden, könne "der Traum von einer Aids-freien Generation niemals wahr werden". (dpa)

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