Mit Alzheimer in die Klinikfalle

BOSTON (BS). Für Alzheimerkranke bedeutet ein Krankenhausaufenthalt oft eine schwere Zäsur, von der sie sich nicht wieder erholen: Viele werden pflegebedürftig oder sterben früh, wie eine US-Studie belegt.

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Pantoffeln in der Spülmaschine: Vorsicht, Demenz.

Pantoffeln in der Spülmaschine: Vorsicht, Demenz.

© libzia / fotolia.com

In der Studie des Massachusetts Alzheimer's Disease Research Center erhöhte ein Klinikaufenthalt bei Alzheimerkranken das Risiko, im nächsten Jahr zu sterben oder in ein Pflegeheim zu kommen, um das 4,7- bzw. 6,9-Fache (Ann Intern Med 2012; 156: 848).

Schuld daran ist nicht nur der schlechte Gesundheitszustand, der zur stationären Aufnahme geführt hat, sondern offenbar auch der Krankenhausaufenthalt an sich.

Trat dabei ein Delir auf, waren Tod oder Heimeinweisung sogar 5,4- bzw. 9,3-mal so häufig wie bei Alzheimerpatienten ohne stationäre Therapie.

Teilnehmer der Studie waren 771 Alzheimerkranke mit meist leichter Demenz (im Mittel 77 Jahre alt). Binnen zwei Jahren war knapp die Hälfte mindestens einmal stationär behandelt worden, jeder zweite Patient hatte dabei ein Delir entwickelt.

Zu Pflegeheimpatienten wurden innerhalb eines Jahres 29 bzw. 43 Prozent dieser Patienten, aber nur 4 Prozent der nicht hospitalisierten Alzheimerkranken.

Gestorben sind in dieser Zeit 9 bzw. 15 Prozent, im Vergleich zu 2 Prozent ohne stationäre Therapie.

Bei Alzheimerpatienten sind stationäre Behandlungen möglichst zu vermeiden, so die Autoren. Defizite bei der Versorgung von Demenzpatienten in Kliniken hatte kürzlich auch eine Studie des Geriaters Professor Ingo Füsgen von der Uni Witten/Herdecke offenbart.

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