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Mit Azithromycin erfolgreich gegen EHEC

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Mit Azithromycin wird die Zahl der EHEC-Kranken, bei denen die Keime im Stuhl nachweisbar sind, langfristig stark verringert.

LÜBECK (ple). Während des EHEC-Ausbruchs im vergangenen Jahr behandelten Lübecker Ärzte 22 Patienten erfolgreich mit Azithromycin. 28 Tage nach Beginn der klinischen Symptome war nur noch bei einem von 22 Patienten der Stuhl EHEC-positiv.

In der Vergleichsgruppe ohne Antibiotikatherapie war dies hingegen bei 35 von 43 Patienten der Fall. Durch die Antibiose wurde kein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) ausgelöst.

Aktuellen Empfehlungen zufolge ist die Antibiotikabehandlung von Patienten mit einer EHEC-Infektion - also einer Infektion mit enterohämorrhagischen E.-coli-Bakterien - kontraindiziert.

Der Grund: Durch die Therapie könnte das Risiko für ein HUS aufgrund von Shiga-Toxinen des EHEC-Erregers erhöht werden.

Daten von insgesamt 65 Patienten

Während des EHEC-Ausbruchs Mitte des vergangenen Jahres versorgten Ärzte am Universitätskrankenhaus von Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, insgesamt 65 Patienten, die mit dem EHEC-Erreger STEC O104:H4 (Shiga-Toxin-produzierende enteroaggregative E. coli) infiziert waren.

Anhand ihrer Daten überprüften die Ärzte, wie lange mit Azithromycin behandelte Patienten im Vergleich zu Patienten ohne diese Antibiose den EHEC-Erreger mit dem Stuhl ausschieden (JAMA 2012; 307: 1046).

Die Ärzte analysierten die Daten von 22 EHEC-Patienten, die mit Azithromycin behandelt wurden, und von 43 Patienten ohne eine Therapie mit diesem Antibiotikum.

Stuhluntersuchungen erfolgten bis 42 Tage nach Therapiebeginn. Die 22 Patienten hatten Azithromycin als Meningitisprophylaxe während der ersten beiden Wochen einer Eculizumabtherapie erhalten.

HUS-Befürchtung bewahrheitete sich nicht

Durch die Antikörpertherapie sind Patienten empfänglicher für eine Meningokokken-Infektion. An Tag 21 nach Studienbeginn hatten in der Azithromycingruppe nur noch 32 Prozent der Patienten EHEC-Keime im Stuhl, in der Gruppe ohne Antibiose dagegen 84 Prozent.

Nach 28 Tagen waren es bereits nur noch 4,5 Prozent in der Antibiosegruppe und 81,4 Prozent in der Vergleichsgruppe. Nach 35 Tagen war kein Patient mit Antibiose mehr EHEC-positiv.

In der Gruppe ohne Antibiose wurden noch nach 42 Tagen bei 25 von 43 Patienten (58 Prozent) EHEC-Keime nachgewiesen.

Die Befürchtung, durch die Antibiotikatherapie mit Azithromycin könnte ein HUS ausgelöst werden, bewahrheitete sich nach Angaben der Lübecker Ärzte nicht.

Quelle: www.springermedizin.de

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