Kommentar zum Schlaganfall-Mobil

NEMO statt STEMO

Von Thomas Müller Veröffentlicht: 27.11.2014, 13:01 Uhr

Da bei Schlaganfall bekanntlich jede Minute zählt, macht es Sinn, den Patienten nicht erst in die Klinik zu fahren, sondern die Klinik zum Patienten. Erste Daten mit dem "Stroke Emergency Mobile" (STEMO) zeigen ganz klar, dass mit einem speziell ausgerüsteten Rettungswagen deutlich mehr Patienten mit ischämischem Infarkt noch eine Lyse bekommen können als beim üblichen Kliniktransport. Was spricht also dagegen, ein solches System großflächig einzusetzen?

Das Problem ist recht simpel: Den allermeisten Patienten mit Apoplexieverdacht nützt die mobile Stroke Unit nichts, weil sie entweder keinen ischämischen Infarkt haben oder weil es für eine Lyse ohnehin zu spät ist. Das merken die Ärzte aber erst nach genauerer Untersuchung des Patienten.

In der Studie STEMO war bei knapp 90 Prozent der Einsätze keine Lyse indiziert. Noch dünner wird der Nutzen bei Berücksichtigung der "Number Needed to Operate", also die Zahl der zu fahrenden Einsätze, um im Vergleich zum herkömmlichen Rettungsweg einem Patienten mehr das Leben zu retten oder eine Behinderung zu ersparen.

Diese Daten fehlen zum Teil noch. Der Nutzen ließe sich jedoch vergrößern, wenn auch andere neurologische Notfälle einen Vorteil hätten. Ein NEMO (Neuro Emergency Mobile) würde sich vielleicht mehr lohnen als ein STEMO.

Lesen Sie dazu auch: Schlaganfall-Mobil: Frühe Lyse effektiv, aber teuer

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