Direkt zum Inhaltsbereich

Nach der Menopause häufen sich schwere Depressionen

BERLIN (ner). Depressionen kommen bei Frauen nach der Menopause gehäuft vor. Diese haben fast doppelt so häufig depressive Symptome wie Frauen vor der Menopause, so Professor Anke Rohde aus Bonn. Eine Hormontherapie und vor allem Antidepressiva, etwa Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, können helfen.

Veröffentlicht:

In einer US-Studie wurden 460 Frauen zwischen 36 und 45 Jahren acht Jahre lang untersucht. Die Rate schwerer Depressionen betrug bei ihnen vor der Menopause knapp zehn Prozent, nach der Menopause nahezu 17 Prozent. Das hat die Spezialistin für gynäkologische Psychosomatik bei einem Symposium des Unternehmens Wyeth in Berlin berichtet.

Es ergab sich ein Zusammenhang mit vasomotorischen Symptomen wie Hitzewallungen. Sowohl bei Frauen mit als auch ohne Hormonersatztherapie (HRT) war die Depressions-Inzidenz nach der Menopause erhöht. Allerdings seien die Depressionen bei Frauen ohne HRT ausgeprägter gewesen, so Rohde.

Man geht von einer multifaktoriellen Genese der perimenopausalen Depressionen aus. Teilweise ließen sie sich mit dem Östrogenentzug erklären, was auch Auswirkungen auf den Serotonin-Stoffwechsel habe, so Rohde. Vasomotorische Beschwerden im Klimakterium mit Störungen der Schlafqualität könnten ebenfalls eine Kaskade von Wirkungen in Gang setzen, die in einer Depression münden. Nichtbiologische Faktoren seien die sich verändernden Lebensumstände, zum Beispiel berufliche Veränderungen mit hohem Erwartungsdruck, Scheidungen, gestörte Sexualität und der Auszug der Kinder.

Die HRT habe nicht nur bei Hitzewallungen, sondern auch bei Depressionen ihren Stellenwert, besonders bei leicht ausgeprägten Symptomen, so Rohde. Mittel der ersten Wahl seien bei Depressionen in der Peri- und Postmenopause jedoch auch Antidepressiva, und zwar zusätzlich zu einer Psychotherapie. Dabei sollte dual wirkenden Antidepressiva - Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern - der Vorzug gegeben werden, weil diese auch eine schlafanstoßende Wirkung haben, meint Rohde. Die Gynäkologin empfiehlt Präparate wie Venlafaxin (Trevilor® retard) mit Zusatzeffekten, etwa auf die Hitzewallungen.

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Lesetipps
Dreidimensionale gerenderte Darstellung der Anatomie des menschlichen Herzens.

© PIC4U / stock.adobe.com

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt

Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht