Menopause

Nach der Menopause häufen sich schwere Depressionen

BERLIN (ner). Depressionen kommen bei Frauen nach der Menopause gehäuft vor. Diese haben fast doppelt so häufig depressive Symptome wie Frauen vor der Menopause, so Professor Anke Rohde aus Bonn. Eine Hormontherapie und vor allem Antidepressiva, etwa Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, können helfen.

Veröffentlicht: 24.11.2006, 08:00 Uhr

In einer US-Studie wurden 460 Frauen zwischen 36 und 45 Jahren acht Jahre lang untersucht. Die Rate schwerer Depressionen betrug bei ihnen vor der Menopause knapp zehn Prozent, nach der Menopause nahezu 17 Prozent. Das hat die Spezialistin für gynäkologische Psychosomatik bei einem Symposium des Unternehmens Wyeth in Berlin berichtet.

Es ergab sich ein Zusammenhang mit vasomotorischen Symptomen wie Hitzewallungen. Sowohl bei Frauen mit als auch ohne Hormonersatztherapie (HRT) war die Depressions-Inzidenz nach der Menopause erhöht. Allerdings seien die Depressionen bei Frauen ohne HRT ausgeprägter gewesen, so Rohde.

Man geht von einer multifaktoriellen Genese der perimenopausalen Depressionen aus. Teilweise ließen sie sich mit dem Östrogenentzug erklären, was auch Auswirkungen auf den Serotonin-Stoffwechsel habe, so Rohde. Vasomotorische Beschwerden im Klimakterium mit Störungen der Schlafqualität könnten ebenfalls eine Kaskade von Wirkungen in Gang setzen, die in einer Depression münden. Nichtbiologische Faktoren seien die sich verändernden Lebensumstände, zum Beispiel berufliche Veränderungen mit hohem Erwartungsdruck, Scheidungen, gestörte Sexualität und der Auszug der Kinder.

Die HRT habe nicht nur bei Hitzewallungen, sondern auch bei Depressionen ihren Stellenwert, besonders bei leicht ausgeprägten Symptomen, so Rohde. Mittel der ersten Wahl seien bei Depressionen in der Peri- und Postmenopause jedoch auch Antidepressiva, und zwar zusätzlich zu einer Psychotherapie. Dabei sollte dual wirkenden Antidepressiva - Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern - der Vorzug gegeben werden, weil diese auch eine schlafanstoßende Wirkung haben, meint Rohde. Die Gynäkologin empfiehlt Präparate wie Venlafaxin (Trevilor® retard) mit Zusatzeffekten, etwa auf die Hitzewallungen.

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