Schlafstörungen

Narkolepsie-Patienten bleiben mit Natriumoxybat tagsüber besser wach

PALO ALTO (ner). Die exzessive Tagesschläfrigkeit von Narkolepsie-Patienten läßt sich mit Natriumoxybat deutlich mildern. Auch Schlafattacken treten bei einer Therapie mit dem Medikament seltener auf.

Veröffentlicht: 09.03.2006, 08:00 Uhr

Massive Tagesschläfrigkeit und Kataplexie (anfallsartiger Tonusverlust der Skelettmuskulatur) sind zwei Hauptsymptome bei Narkolepsie. Von der Krankheit sind etwa 20 bis 30 Menschen pro 100 000 Einwohnern betroffen.

Natriumoxybat (Xyrem®) ist seit vergangenem Dezember zur Therapie bei Kataplexie erhältlich (wie berichtet). Daten einer Doppelblindstudie mit 228 Narkolepsie-Patienten haben jetzt auch eine Wirksamkeit der Substanz bei exzessiver Tagesschläfrigkeit ergeben.

Die Studienteilnehmer wurden acht Wochen lang mit 4,5 mg, 6 mg oder 9 mg Natriumoxybat oder Placebo behandelt (J Clin Sleep Med 1, 2005, 391). Die Behandlung mit Stimulantien wurde in dieser Zeit beibehalten, Antidepressiva waren abgesetzt worden.

Die Tagesschläfrigkeit überprüften die Schlafmediziner mit der Epworth Sleepiness Scale (ESS), auf der maximal 24 Punkte möglich sind (extreme Müdigkeit). Außerdem sollten die Probanden in einem ruhigen, abgedunkelten Raum viermal 40 Minuten solange wie möglich wach bleiben. Die Einschlafphasen wurden registriert.

Die Ergebnisse: Mit 6 und 9 mg Natriumoxybat sank der ESS-Wert signifikant im Vergleich zu Placebo, und zwar in der Gruppe mit 6 mg von 19 auf 15 Punkte, in der Gruppe mit 9 mg von 19 auf 12 Punkte. Beim Einschlaftest blieben die Verum-Patienten im Median zehn Minuten länger wach.

Auch die Frequenz unerwarteter Einschlafattacken pro Woche ging signifikant zurück. In der Gruppe mit 9 mg Natriumoxybat sank die Zahl von 16 auf 8,5 Attacken, mit Placebo blieben es im Schnitt 12 bis 14.

Die Zulassungserweiterung bei exzessive Tagesschläfrigkeit wird für Europa in diesem Jahr erwartet.

Infos im Internet: www.dng-ev.de

Mehr zum Thema

COVID-19-Splitter der KW 41

COVID-19 kann auch für Jüngere gefährlich werden!

COVID-19-Splitter

So war die Corona-Studienlage im September

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Medizinhistoriker Prof. Karl-Heinz Leven erklärt, warum die Medien eine wichtige Rolle in der öffentlichen Pandemie-Debatte spielen und auf emotionale Sprachbilder von Experten besser verzichtet werden sollte.

Europäischer Gesundheitskongress

„Wir haben einen Corona-Dauerlauf vor uns“

Notfallversorgung: Eine aktuelle Umfrage unter deutschen Stroke Units zeigt, dass mehr als die Hälfte aller Schlaganfalleinheiten in den Wochen des Lockdowns in Frühjahr jeweils rund 20 bis 30 Prozent weniger Schlaganfälle behandelt haben als in Vergleichszeiträumen.

Zweite COVID-19-Welle

Schlaganfallversorgung darf nicht wieder einbrechen!

Berichten von durchgehend positiven Erfahrungen nach der Niederlassung als Allgemeinmediziner: Dr. Laura Dalhaus und Dr. Tobias Samusch.

Zwei Ärzte berichten

Erfüllender Quereinstieg in die Allgemeinmedizin