Direkt zum Inhaltsbereich

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

Neue Behandlungsleitlinien für die PAVK

Vor Kurzem präsentierte die European Society of Cardiology (ESC) neue Behandlungsleitlinien. Diese empfehlen für PAVK-Patienten eine lipidsenkende Therapie, und zwar in erster Linie mit Statinen.

Veröffentlicht:
Bei Patienten mit PAVK wird empfohlen, nicht nur den Knöchel-Arm-Index im Auge zu behalten, sondern auch auf kardiale Symptome zu achten.

Bei Patienten mit PAVK wird empfohlen, nicht nur den Knöchel-Arm-Index im Auge zu behalten, sondern auch auf kardiale Symptome zu achten.

© Arteria Photography

DÜSSELDORF. Studiendaten zeigen, dass mit eine lipidsenkenden Behandlung auch die Gehstrecke von Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) verbessert werden kann. Wie die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie aktuell verweist, gehen die neuen Leitlinien auch ausführlich auf die geeigneten Mittel zur Thrombozytenaggregations-Hemmung bzw. Antikoagulation ein.

"Neu in den europäischen Leitlinien ist, dass diesbezüglich Clopidogrel als besser wirksam angesehen wird als Aspirin, wie die CAPRIE-Studie zeigt", so Prof. Christiane Tiefenbacher, Tagungspräsidentin der DGK-Herztage 2017. Zudem werde empfohlen, dass PAVK-Patienten, die Marcumar oder andere Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung bekommen, wegen des erhöhten Blutungsrisikos nicht zusätzlich noch Thrombozytenaggregations-Hemmer einnehmen sollen.

Neu ist darüber hinaus die Empfehlung, dass bei Patienten mit PAVK systematisch darauf geachtet werden sollte, ob Anzeichen für eine koronare Herzerkrankung oder eine Herzinsuffizienz bestehen. Umgekehrt wird dazu geraten, bei Patienten mit solchen Herzerkrankungen zu untersuchen, ob auch eine PAVK vorliegt.

Die PAVK sollte am besten von einem "Gefäßteam" aus Kardiologen, Angiologen und Gefäßchirurgen behandelt werden. Dieses Team sollte – ähnlich wie die bewährten "Herz-Teams" – eine multidisziplinäre Behandlungermöglichen, betont Tiefenbacher.

Nach Angaben der Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. leiden 4,5 Millionen Menschen in Deutschland unter einer PAVK. Versicherungsdaten belegten jährlich 500 bis 600 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. Nach Schätzungen liegt die Zahl der über 40-Jährigen, die an einer PAVK leiden, mittlerweile bei fünf bis zehn Prozent.

Nicht nur die Zahl der Fälle sei alarmierend, so Prof. Tiefenbacher, sondern auch die Tatsache, dass PAVK-Patienten eine hohe Sterblichkeit aufweisen: "Dies ist eine Folge des hohen Risikos, zusätzlich zu PAVK auch kardiovaskuläre Krankheiten zu haben." Bei etwa einem Drittel der PAVK-Patienten bestehe eine koronare Herzerkrankung, jeder Dritte habe Veränderungen an der Halsschlagader und somit ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. (run)

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Nahaufnahme eines jungen Paares, das sich küsst.

© Africa Studio / stock.adobe.com

Mögliche Glutenquelle

Wie riskant ist ein Zungenkuss bei Zöliakie?

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht