Ernährungsmedizin

Neue Nahrungsempfehlungen für Schwangere

FRANKFURT AM MAIN (run). Im letzten Drittel der Schwangerschaft und in den ersten Lebensmonaten wächst das Gehirn eines Kindes besonders schnell. In dieser Zeit haben langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren - LC-PUFA - als Baustein für das neue Gewebe besondere Bedeutung.

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Diese Erkenntnis haben Wissenschaftler nun in konkrete Ernährungsempfehlungen für Mütter gefasst.

Zu den langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die für die Entwicklung von Gehirn, Zentralnervensystem und Netzhaut des Auges wichtig sind und im Organismus von Kindern nur unzureichend selbst gebildet werden, gehören vor allem die Arachidonsäure (Omega-6-Fettsäure, AA) und die Docosahexaensäure (Omega-3-Fettsäure, DHA).

Eine wichtige Empfehlung der internationalen Expertengruppe unter der Leitung von Professor Berthold Koletzko aus München ist nun, dass schwangere und stillende Frauen im Durchschnitt mindestens 200 mg Docosahexaensäure pro Tag zu sich nehmen sollten.

Das lässt sich mit dem Verzehr von ein bis zwei Portionen fettem Seefisch (zum Beispiel Hering, Makrele oder Lachs) pro Woche erreichen. Frauen, die wenig oder keinen Fisch verzehren möchten, wird zur Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln geraten, die langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten.

Frauen, die ihr Kind nicht stillen, sollten wiederum mit LC-PUFA angereicherte Flaschennahrung verwenden. Das hat die Stiftung Kindergesundheit mitgeteilt. Der Anteil an Docosahexaensäure sollte dabei 0,2 bis 0,5 Prozent des Gesamtfettgehaltes betragen.

Der gesamte bei einer Veranstaltung in Barcelona in Spanien beschlossene Konsensus der elf Ernährungsexperten wurde inzwischen auch publiziert (J Perinat Med, 2008, 36, 5).

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