Rückenschmerzen

Neuer Ansatz für Behandlung per App

Eine Medizin-App will Menschen mit Rückenschmerzen eine neue Therapieoption bieten.

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MÜNCHEN. Für die Behandlung von Rückenschmerzen ist eine App für den deutschen Markt als Medizinprodukt zugelassen worden, teilt der Hersteller Kaia Health mit. Es sei das erste Mal, dass eine Anwendung diese Zulassung erhalten habe. Die CE-zertifizierte Kaia-App ist Teil des Projektes "Rücken innovative Schmerztherapie mit e-Health für unsere Patienten" (Rise-uP) und sei in Zusammenarbeit mit Schmerzspezialisten entwickelt worden.

Das Projekt wird für drei Jahre mit 5,1 Millionen Euro aus dem Deutschen Innovationsfonds gefördert. In einem Forschungsprojekt mit 5000 Teilnehmern soll zusammen mit der AOK Bayern und der Technischen Uni München die Einbindung in die Regelversorgung untersucht werden.

Neben der App besteht Rise-uP aus einem Therapienavigator inklusive Behandlungsvorschlägen und Möglichkeiten zur Vernetzung verschiedener Ärzte über Telemedizin.

Die App biete eine ganzheitliche Rückenschmerz-Therapie mit Trainings-Videos, einen Experten-Chat und Entspannungs-Podcasts für Betroffene ohne Klinik-Aufenthalt für zu Hause an, so der Hersteller. Nachhaltige Behandlungserfolge sollen sich bereits mit zehn bis 15 Minuten regelmäßigen Trainings erzielen lassen.

"Wir wollen Patienten einen Ausweg aus der Schmerzspirale zeigen, der nicht nur bei den körperlichen Beschwerden ansetzt, sondern sie jeden Tag begleitet", so Dr. Stephan Huber, Orthopäde und Leiter des medizinischen Teams bei Kaia, in der Mitteilung.

Mit einem Fragebogen erstellt die App ein personalisiertes Trainingsprogramm, das physiotherapeutische Übungen und Entspannungseinheiten kombiniert und Wissen für den Alltag vermittelt. Erste Krankenkassen und Unternehmen übernähmen bereits die Kosten der Therapie-App, heißt es weiter. (mmr)

Die App Kaia ist für iOS und Android verfügbar

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Reinhard Weber

und was wenn ....

.... der Patient seine Übungen nicht korrekt ausführt und dadurch die Beschwerden zunehmen?

Florian Leppert

Erste App als Medizinprodukt?

Der Satz "Es sei das erste Mal, dass eine Anwendung diese Zulassung erhalten habe" ist nicht sehr eindeutig und irreführend. Apps, die ein Medizinprodukt nach MPG sind, gibt es ja bereits (z.B. Tinnitracks). Ist also die erste Rückenschmerzapp, die ein MP ist?

Dr.med. Peter Tonn

"zugelassen" ist ein schwieriger Begriff

Die Ärztezeitung sollte Begriffe vermeiden, die eine besondere Wertung implizieren, ohne dass das so ist. Hier liegt höchstwahrscheinlich ein Medizinprodukt der Klasse 1 vor, bei dem eine Zulassung in dem üblichen Verständnis für "Zulassung" so in der entsprechenden Richtlinie der EU 93/42 EEC (auf Deutsch Medizinprodukteverordnung) nicht vorgesehen ist. Vielmehr dürfte es sich um eine "Selbsterklärung" handeln, die zwar an gewisse formale Bedingungen geknüpft ist (u.a. in der EU-Richtlinie nachzulesen), aber eben nicht (bzw. nur auf schwerwiegende Hinweise) von einer öffentlichen Stelle überprüft wird. Die Verwendung von "zugelassen" suggeriert aber, dass hier ein Testverfahren etc. von einer neutralen Zulassungsstelle durchgeführt wurde, was eher nicht der Fall sein dürfte. Dennoch kann die APP und das Projekt sehr hilfreich sein – aber das soll doch erst in der Evaluation belegt werden und hat mit "zugelassen" gar nichts zu tun.

Dr. Ivar Leben

Kaia

App ist kostenpflichtig und zu teuer !!!


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